Eigentlich gilt eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah, trotzdem gibt es fast täglich Angriffe. Nun hat die israelische Luftwaffe einen Vorort von Beirut beschossen. Dabei soll ein Kommandeur der Terrororganisation getötet worden sein.
Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor drei Wochen hat die israelische Luftwaffe wieder in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziel sei ein Kommandeur der Radwan-Einheit der libanesischen Hisbollah-Miliz gewesen, hieß es in einer Mitteilung von Premierminister Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz.
Man habe ihn dabei “eliminieren” wollen. “Die Radwan-Kämpfer unter seiner Führung waren verantwortlich für Beschuss israelischer Ortschaften und Angriffe auf israelische Soldaten”, hieß es weiter.
Erhöhte Alarmbereitschaft im Norden Israels
Der israelische Sender Chadschot 13 berichtete, nach israelischen Informationen seien der Radwan-Kommandeur Malek Balut, sein Stellvertreter sowie weitere Radwan-Kämpfer getötet worden. Der Angriff sei gegen 20.00 Uhr Ortszeit erfolgt, nachdem die Luftwaffe einen konkreten Hinweis des israelischen Geheimdienstes erhalten habe. Balut habe sich in einer Wohnung versteckt gehalten. Die Luftwaffe habe rund zehn schwere Bomben abgeworfen.
Im Norden Israels herrscht in Erwartung einer möglichen Eskalation erhöhte Alarmbereitschaft. Hisbollah-Kreise bestätigten der Nachrichtenagentur dpa, dass bei dem Angriff ein Kommandeur getötet worden sei. Laut der Nachrichtenagentur AFP, die sich ebenfalls auf Hisbollah-Kreis beruft, handelt es sich um Balut.
Berichte über Explosionen und Panik
Anwohnerinnen und Anwohner in Beirut berichteten von lauten Explosionen. Auf den Straßen in den Vororten und darüber hinaus brach Augenzeugen zufolge Panik aus. Viele Autos warteten am Straßenrand, anstatt ihren Weg fortzusetzen. Bewohner aus den südlichen Vororten flohen. “Als wir die Explosionen gehört haben, sind wir die Treppen hinuntergerannt und geflohen”, sagte ein Anwohner der dpa. Mit Beginn der Waffenruhe sind viele der Bewohner in ihre Häuser zurückgekehrt.
Obwohl offiziell eine Feuerpause zwischen der Hisbollah und Israel gilt, kommt es weiterhin fast täglich zu gegenseitigen Angriffen. Seit Anfang März hatte sich der Konflikt im Zuge der regionalen Eskalation erneut deutlich verschärft, nachdem Raketen aus dem Libanon abgefeuert worden waren. Israel reagierte darauf mit Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Südlibanon, begleitet von schweren Gefechten im Grenzgebiet.

