Thema war auch der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland: US-Präsident Trump hat mit Kremlchef Putin und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj telefoniert. Russland meldet massive Drohnenangriffe auf eigene Städte.
Anlässlich des 250. Jahrestags der Unabhängigkeit der USA am 4. Juli haben sowohl Kremlchef Wladimir Putin als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump telefoniert.
Trump und Putin hätten mit Blick auf Trumps Teilnahme an dem NATO-Gipfel in Ankara kommende Woche “über die Frage einer Lösung in der Ukraine” gesprochen, sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Putin habe in dem Telefonat “die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld” in der Ukraine skizziert.
Trump und Putin hätten in dem 85-minütigen Gespräch auch Themen wie den Iran und die Golfregion erörtert.
Selenskyj: “Sehr gutes Telefonat”
Zuvor hatte bereits Selenskyj mitgeteilt, dass er mit Trump telefoniert habe. Der ukrainische Präsident erklärte im Onlinedienst X, er und Trump hätten in dem “sehr guten Telefonat” den Krieg in der Ukraine erörtert. Sie hätten “über die aktuelle Lage an der Front sowie unsere diplomatischen Bemühungen gesprochen. Es besteht die Aussicht, diesen Krieg zu beenden, und die Entschlossenheit der USA ist entscheidend”, betonte Selenskyj. Man wisse es sehr zu schätzen, “dass Amerika uns bei der Verteidigung unserer Unabhängigkeit beisteht”. Trump und er hätten vereinbart, “die Gespräche während des NATO-Gipfels fortzusetzen”.
Zu dem Gipfel werden am Dienstag und Mittwoch Staats- und Regierungschefs aus 32 Staaten erwartet, darunter Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Kriegs sind festgefahren. Moskau fordert den Rückzug ukrainischer Truppen aus der gesamten Region Donezk – Kiew lehnt dies ab.
Massive Drohnenangriffe auf Russland
Die Ukraine führte unterdessen in der Nacht zum Samstag massive Drohnenangriffe auf Russland aus und nahm dabei insbesondere St. Petersburg ins Visier. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe fast 500 Drohnen abgefangen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge wurden nahe der russischen Hauptstadt 62 Drohnen abgeschossen. In der Grenzregion Brjansk und auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben jeweils ein Mensch getötet.
Selenskyj erklärte, ukrainische Streitkräfte hätten Ölinfrastruktur in Häfen getroffen, die Einnahmen für Russlands Krieg erzielten. Zudem habe es erfolgreiche Angriffe auf Kronstadt gegeben. Der Marinestützpunkt in St. Petersburg sei ein wichtiges militärisches Ziel.
Die ukrainischen Angriffe auf St. Petersburg erfolgten nach einem schweren russischen Angriff auf Kiew, bei dem am Donnerstag 30 Menschen getötet worden waren. Am Freitagabend wurden bei einem russischen Angriff auf das Zentrum von Sumy zudem nach ukrainischen Angaben mindestens vier Menschen getötet und 33 weitere verletzt.
Die Ukraine hatte zuvor Berichte Russlands dementiert, wonach russische Truppen die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine eingenommen hätten.