Marktbericht
Schwache Vorgaben aus Japan und den USA dürften den DAX wieder unter die Marke von 25.000 Punkten drücken. Vor allem Tech-Werte geben nach. Die Anleger sorgen sich um eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed.
Der deutsche Leitindex dürfte nach Einschätzung des Brokers IG rund 0,7 Prozent leichter bei 24.967 Punkten in den Tag starten. Gestern war der DAX noch mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 25.139 Punkten aus dem Handel gegangen. Fortschritte bei den US-Iran-Gesprächen hatten die Anleger optimistisch gemacht.
Heute belasten die relativ schwachen Vorgaben aus Japan und den USA. Die asiatischen Aktienmärkte tendieren am Dienstag nach einer längeren Rally überwiegend schwächer. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zwei Prozent auf 70.926 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notierte 1,5 Prozent niedriger bei 4.033 Zählern.
In Japan strichen Investoren nach acht Gewinntagen in Folge Gewinne ein. “Nach einer Reihe von Kursgewinnen scheint der Markt einige leichte Gewinnmitnahmen zu verzeichnen”, sagte Masahiro Ichikawa, Chefstratege bei Sumitomo Mitsui DS Asset Management.
Zuvor hatte der Nikkei getrieben von KI-Werten Rekordhochs markiert. Anleger zeigten sich jetzt besorgt über eine möglicherweise aggressivere Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve im weiteren Jahresverlauf.
An den US-Aktienmärkten gab es gestern keine einheitliche Tendenz: Während die Technologiebörse Nasdaq und der breit gefasste S&P 500 von Verlusten bei großen Technologieaktien belastet wurden und um 1,3 Prozent auf 26.166 Stellen beziehungsweise 0,4 Prozent auf 7.472 Zähler einbüßten, legte der US-Standardwerteindex Dow Jones um 0,3 Prozent auf 51.712 Punkte zu.
Kursverluste bei Schwergewichten wie der Google-Mutter Alphabet, Meta, Amazon und Microsoft belasteten die Indizes. Anleger hinterfragten zudem die hohen Infrastrukturausgaben für Künstliche Intelligenz (KI). Die Aktien des Raumfahrtunternehmens SpaceX brachen um rund 16 Prozent ein, nachdem der Konzern seine erste Anleiheemission gestartet hatte.
Aktuelle Zinssorgen belasten vor allem Tech-Werte. Die Anleger fragen sich immer mal wieder, ob die hohen Bewertungen für Tech-Konzerne gerechtfertigt sind – also ob die KI-Wette aufgehen wird. Denn irgendwann müssen sich die milliardenschweren Investitionen in Gewinne übersetzen lassen.
Für Investitionen sind Kredite nötig, deshalb blicken die Anleger so gebannt auf die Geldpolitik der Notenbanken. Zuletzt hatte die Fed die Zinsen zwar unverändert gelassen.
Aber die Notenbanker um den Fed-Chef Kevin Warsh hatten Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen. Aktuell rechnen viele Anleger mit einer Zinserhöhung im September. Kredite würden dann teurer, das wiederum schmälert die künftigen Gewinne. In der Folge geraten die Aktien unter Druck.
Gegenwind kommt auch von einer aktuellen Wachstumsprognose: Unter anderem als Folge des Iran-Kriegs erwartet der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) für Deutschland im laufenden Jahr nur noch ein Wachstum von 0,4 Prozent. Zu Jahresbeginn war der Verband noch von einem Wachstum von 1 Prozent für 2026 ausgegangen.
Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner sagte, die neue Einschätzung umfasse bereits die Einigung zwischen dem Iran und den USA, so der BDI. “Die bremsenden Effekte des Iran-Kriegs wirken trotzdem empfindlich nach”, heißt es in einer Mitteilung.

