Mehr als 50 Millionen Impfdosen gegen Malaria in Afrika

Mehr als 50 Millionen Impfdosen gegen Malaria in Afrika

Stand: 24.04.2026 • 07:56 Uhr

In Afrika konnten Tausende Kinderleben durch Malaria-Impfungen gerettet werden. Auch die Zahl schwerer Erkrankungen geht stark zurück. Doch dieser historische Fortschritt steht auf der Kippe, weil die Finanzierung wegzubrechen droht.

Die Impfstoff-Allianz Gavi meldet Erfolge im Kampf gegen die Infektionskrankheit Malaria. Seit 2024 seien mehr als 50 Millionen Dosen Impfstoff in 25 Ländern Afrikas verabreicht worden.

Erste Berichte aus Ländern wie Kenia, Malawi, Ghana und Kamerun zeigten einen deutlichen Rückgang der Zahl schwerer Krankheitsfälle und Einweisungen in Krankenhäuser, betonte Gavi mit Blick auf den Welt-Malaria-Tag am Samstag.

In Burkina Faso hätten die Ausweitung der Impfungen und andere Maßnahmen dazu beigetragen, die Malariafälle zwischen 2024 und 2025 um 32 Prozent zu senken. Die Fallzahlen bei Kindern unter fünf Jahren seien stark zurückgegangen. Auch die Zahl der malariabedingten Todesfälle sei um die Hälfte gesunken.

Malaria-Programm: Finanzierung gefährdet

In den kommenden fünf Jahren verfolgt Gavi das Ziel, weitere 50 Millionen Kinder vollständig gegen Malaria zu impfen. Das werde schätzungsweise mehr als 180.000 Kinderleben retten. Obwohl es sich um eine der erfolgreichsten Impfstoffeinführungen handele, sei die Zukunft des Malaria-Programms aufgrund von Finanzierungsproblemen gefährdet. Die USA und andere Länder streichen Gelder für die internationale Gesundheit zusammen.

Gavi ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die dazu beiträgt, mehr als die Hälfte der Kinder weltweit gegen einige der tödlichsten Krankheiten der Welt zu impfen. Seit der Gründung im Jahr 2000 hat Gavi nach eigenen Angaben dazu beigetragen, eine ganze Generation, mehr als 1,2 Milliarden Kinder, zu impfen. Dadurch sei die Kindersterblichkeit in vielen Ländern mit niedrigem Einkommen halbiert worden.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiert die drastische Kürzung von Entwicklungshilfe. Sie sieht derzeit zum ersten Mal eine “reale Möglichkeit, Malaria noch zu unseren Lebzeiten zu besiegen. Die Chancen standen noch nie so gut.” Es stünden immer mehr Lösungen zur Verfügung, etwa neue Impfstoffe, neue Behandlungsmethoden und bahnbrechende Technologien wie die genetische Veränderung von Mücken.

WHO: 14 Millionen Todesfälle seit 2000 verhindert

Zum Weltmalariatag am 25. April startet die WHO eine neue Kampagne. Sie drängt die Weltgemeinschaft, die Chance auf eine malariafreie Welt zu ergreifen. Inzwischen werden Millionen Kinder unter fünf Jahren gegen Malaria geimpft oder erhalten in der Mückensaison vorbeugende Medikamente.

Der Einsatz von Moskitonetzen, die Vermeidung von Moskitobrutplätzen in bewohnten Gebieten und Impfungen haben nach WHO-Schätzung seit 2000 rund 2,3 Milliarden Erkrankungen und 14 Millionen Todesfälle verhindert. Die Zahl der Länder, in denen Malaria endemisch ist, fiel von 108 auf 80.

Resistenzen des Malaria-Erregers

Neue Herausforderungen sind wachsende Resistenzen des Malaria-Erregers gegen Medikamente und die Ausbreitung der Malaria-Mücke “Anopheles stephensi” aus Indien in Afrika.

Malaria ist eine lebensbedrohliche Krankheit, wenn sie nicht behandelt wird. Sie wird durch bestimmte Mückenarten auf Menschen übertragen. Auslöser ist ein Parasit. Milde Symptome sind Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Es kann aber auch zu Verwirrtheit, Krampfanfällen und Atembeschwerden führen.

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