Nach Krawallen in Belfast: Tausende Menschen setzen Zeichen gegen Hass

Nach Krawallen in Belfast: Tausende Menschen setzen Zeichen gegen Hass

Stand: 13.06.2026 • 17:34 Uhr

Tausende Menschen sind in Belfast gegen Rassismus und für Solidarität mit Menschen mit Migrationshintergrund auf die Straße gegangen. Hintergrund sind die gewalttätigen Krawalle nach einem Messerangriff eines Flüchtlings aus dem Sudan.

Nach den schweren Ausschreitungen in Nordirland haben heute mehrere tausend Menschen in Belfast gegen Rassismus demonstriert. Laut der Nachrichtenagentur PA hatte die Organisation “Unite Against Racism” die Kundgebung unter dem Motto “Together Against Hate” vor dem Rathausplatz organisiert. Die Demonstranten hielten Plakate etwa mit der Aufschrift “Rassisten geht nach Hause” und “Euer Rassismus ist kein Patriotismus” in die Höhe.

Der Gemeinderat der mehrheitlich katholischen Social Democratic and Labour Party (SDLP), Seamas de Faoite, sagte, die Menschen seien auf die Straße gegangen, um zu zeigen, dass sie entsetzt seien angesichts der “rassistischen Gewalt”. Organisationen in der ganzen Stadt hätten daran gearbeitet, Menschen unterzubringen, die zu verängstigt seien, um in ihre Wohnungen zurückzukehren.

Die gewalttätigen rassistischen Krawalle in der Stadt waren Anfang der Woche nach einem brutalen Messerangriff eines Flüchtlings aus dem Sudan ausgebrochen. Randalierer waren teils vermummt durch die Straßen gezogen und hatten Fahrzeuge in Brand gesetzt und Wohnhäuser angezündet. Bewohner mussten von der Polizei geschützt und aus ihren Häusern gerettet werden. Bei vielen Migranten und Geflüchteten löste dies große Angst und Verunsicherung aus.

Untersuchungen zu Rolle Musks

Bei der Verbreitung von Aufrufen und Beiträgen des rechtsextremen britischen Aktivisten Tommy Robinson sowie des Vorsitzenden der rechtsextremen Partei Restore UK, Rupert Lowe, half offenbar auch Elon Musk. Forscher der Internet-Überwachungsorganisation Center for Countering Digital Hate (CCDH) weisen dem Eigentümer der Plattform X eine besondere Verantwortung zu.

“Unsere Untersuchungen zeigen, dass er die Tragödie von Belfast dazu nutzte, migrationsfeindliche Narrative an Millionen Nutzer zu verbreiten” und zu Gewalt anzustacheln. Niemand habe bei der Verbreitung der Inhalte auf X eine größere Rolle gespielt als Musk selbst, erklärte CCDH-Gründer und Geschäftsführer Imran Ahmed.

Der X-Eigentümer hatte sich den Aufrufen Robinsons zu Protesten in ganz Großbritannien angeschlossen und an seine 240 Millionen Follower auf X geschrieben: “Nur wenn wir wiederholt und laut protestieren, wird sich etwas ändern.”

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