Erneut haben Kremlchef Putin und US-Präsident Trump miteinander telefoniert. Dabei ging es auch um eine Feuerpause im Ukraine-Krieg während der Feiern zum Weltkriegsgedenken. Eine Aussage Trumps über die Ukraine irritierte.
Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump haben in einem Telefonat über eine befristete Waffenruhe im Ukraine-Krieg gesprochen.
Putin sei bereit zu einer Feuerpause während der Feierlichkeiten zum Weltkriegsgedenken, sagte der außenpolitische Berater des Kremlchefs, Juri Uschakow. Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Weiter sagte Uschakow, das Gespräch sei offen und sachlich gewesen und habe auf russische Initiative stattgefunden.
Trump sagte im Weißen Haus, er habe Putin in einem “langen”, “guten” Gespräch eine Waffenruhe nahegelegt – “und ich glaube, er könnte das tun”.
Ukraine oder Iran?
Trump wurde im Oval Office auch gefragt, ob der Iran-Krieg oder der russische Krieg gegen die Ukraine eher enden werde. Seine Antwort: “Ich weiß es nicht.” Vielleicht lägen die Kriege in einem ähnlichen Zeitplan. “Ich glaube, die Ukraine ist militärisch gesehen geschlagen”, sagte er. Es blieb allerdings unklar, ob er tatsächlich die Ukraine meinte. Seine darauffolgenden Sätze legen nahe, dass der er das Land auch mit Iran verwechselt haben könnte. Denn darin spricht er von 159 aus dem Verkehr gezogenen Schiffen – eine Größenordnung, die die USA für die zerstörten oder beschädigten Schiffe Irans angeben.
Mit Blick auf Putin betonte der US-Präsident, er denke, der Kremlchef sei schon vor einiger Zeit bereit gewesen, eine Einigung zu erzielen. “Ich glaube, einige Leute haben es ihm schwer gemacht, einen Deal zu machen.” Trump hat seinen Kurs im Ukraine-Krieg mehrfach geändert, fällt allerdings immer wieder mit Russland-nahen Positionen auf.
Aus Moskau hieß es, Putin habe Trump seine Sicht auf die Lage an der Front geschildert und Kiew Terror und Angriffe auf zivile Ziele vorgeworfen. Der Kremlchef beharrte demnach erneut auf den russischen Kriegszielen, er würde aber vorziehen, sie im Rahmen von Verhandlungen zu erreichen.

