Die Einkommen von Konzernchefs und Beschäftigten gehen nach Berechnungen der Organisation Oxfam immer weiter auseinander. Spitzengehälter sind demnach stark gestiegen – die Reallöhne vieler Angestellter liegen hingegen unter dem Niveau von 2019.
Die Einkommensschere zwischen Top-Managern und Beschäftigten hat sich einer Analyse der Entwicklungsorganisation Oxfam zufolge seit der Corona-Pandemie drastisch vergrößert.
Während die Gehälter von Vorstandsvorsitzenden weltweit seit 2019 inflationsbereinigt um 54 Prozent auf durchschnittlich 8,4 Millionen Dollar gestiegen seien, seien die Reallöhne von Beschäftigten im selben Zeitraum um zwölf Prozent gesunken, teilte Oxfam zum Tag der Arbeit mit.
Beschäftigte unter Vor-Corona-Niveau
Der Trend lasse sich auch in Deutschland beobachten: 25 CEOs aus den Dax-40-Unternehmen hätten einen exorbitanten Gehaltsanstieg von 56 Prozent im Vergleich zu 2019 verzeichnet, heißt es in dem Bericht. Die inflationsbereinigten Gehälter von Beschäftigten lägen dagegen sogar leicht unter dem Vor-Corona-Niveau.
Zur Berechnung für die Spitzengehälter zog Oxfam Daten der 1.500 bestbezahlten Unternehmen in 33 Ländern heran, die CEO-Vergütungen für 2025 offengelegt haben.
Lage in Nahost könnte Millionen Menschen in Armut drängen
Die derzeitige Krise im Nahen Osten könnte die Lage weiter verschärfen, befürchten die Autoren der Studie. Das UN-Entwicklungsprogramm warnt demnach, dass im schlimmsten Fall infolge des Iran-Kriegs 32 Millionen Menschen zusätzlich in Armut rutschen könnten.
Die Organisation fordert eine gezielte Besteuerung Superreicher und die Einführung höherer Spitzensteuersätze sowie gerechte Löhne. Die immer extremere Ungleichheit sei auch eine Gefahr für die Demokratie.

