Papst fordert Abschaffung der Todesstrafe – USA verschärfen sie

Papst fordert Abschaffung der Todesstrafe – USA verschärfen sie

Stand: 25.04.2026 • 13:50 Uhr

In einer Rede für eine US-Universität hat Leo XIV. die weltweite Abschaffung der Todesstrafe gefordert – sie sei nach der Lehre der Kirche unzulässig. Kurz zuvor hatte die US-Regierung angekündigt, die Todesstrafe auszuweiten.

Papst Leo XIV. dringt auf eine weltweite Abschaffung der Todesstrafe. In einer Videoansprache an die DePaul University in Chicago sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche, die Todesstrafe sei nach der Lehre der Kirche unzulässig, “weil sie einen Angriff auf die Unverletzlichkeit und Würde der Person darstellt”.

Anlass für die Rede war der 15. Jahrestags der Abschaffung der Todesstrafe im US-Bundesstaat Illinois, aus dem der Papst stammt.

“Ich unterstütze alle, die sich für die Abschaffung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten von Amerika und weltweit einsetzen”, sagte der Papst. Er sei dankbar für die Entscheidung des Gouverneurs von Illinois aus dem Jahr 2011, so Leo XIV., der 1955 als Robert Francis Prevost in Chicago geboren wurde.

Menschenwürde auch für Schwerverbrecher

Auch durch die Begehung schwerster Verbrechen gehe die Menschenwürde nicht verloren, bekräftigte der Papst. Ebenso verwies er auf wirksame Haftsysteme, die die Bürger schützten und den Tätern eine Resozialisierung ermöglichten. “Deshalb haben Papst Franziskus und meine Vorgänger immer wieder betont, dass das Gemeinwohl gewahrt und die Anforderungen der Gerechtigkeit erfüllt werden können, ohne auf die Todesstrafe zurückzugreifen”, sagte Leo XIV.

“Das Recht auf Leben ist die Grundlage aller anderen Menschenrechte”, unterstrich der Papst und appelliert an seine Zuhörer: “Ich bete, dass Ihre Bemühungen zu einer stärkeren Anerkennung der Würde jedes Menschen führen und andere dazu inspirieren, sich ebenfalls für diese gerechte Sache einzusetzen.”

Weitere Konfrontation mit Trump?

Papst Leo hielt seine Rede kurz nach der Ankündigung des US-Justizministeriums, die Todesstrafe in den USA ausweiten zu wollen. Auf Bundesebene verurteilte Straftäter sollen künftig unter anderem auch erschossen werden dürfen.

In den USA ist die Todesstrafe in mehr als zwei Dutzend der 50 Bundesstaaten zugelassen, sie wird aber nicht überall vollstreckt. US-Präsident Donald Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 Hinrichtungen auf Bundesebene nach einer fast 20-jährigen Pause wieder aufnehmen lassen.

Trump und andere Mitglieder der US-Regierung hatten den Papst zuletzt mehrfach angegriffen, nachdem dieser den von Trump begonnen Iran-Krieg kritisiert hatte. Trump etwa hatte dem Papst vor wenigen Tagen unter anderem vorgeworfen, im Umgang mit Kriminalität “schwach” zu sein. Der Pontifex sei “ein Mann, der nicht daran glaubt, Verbrechen zu stoppen”, so der US-Präsident.

Der Papst hatte die Kritik zurückgewiesen und gesagt, er habe keine Angst vor der Trump-Regierung. Er betonte aber auch, dass er an einer Auseinandersetzung mit dem US-Präsidenten kein Interesse habe. Den Krieg verurteilt er weiter mit deutlichen Worten. Beim Rückflug von einer elftägigen Afrika-Reise nach Rom sagte er gestern vor Journalisten zum Ansatz der USA im Konflikt mit dem Iran: “Wenn wir bestimmte Situationen sehen, antworten wir gleich mit dem Einsatz von Gewalt, Krieg und Angriff. Dann haben wir gesehen, dass viele Unschuldige getötet wurden.”

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