Laut Medienberichten arbeiten Verwandte von AfD-Politikern in den Büros von Parteikollegen. AfD-Chef Chrupalla hat sich dazu bei Caren Miosga geäußert. Sein Fazit: Das habe “ein Geschmäckle”, doch es gebe ein Aber.
In der ARD-Sendung Caren Miosga hat sich AfD-Chef Tino Chrupalla kritisch über die Vergabe von Parlaments-Jobs an Verwandte geäußert. Hintergrund sind Recherchen von ZDF-Frontal und der Zeit über die AfD. Demnach sind mehrere Familienangehörige von Politikern der AfD in Sachsen-Anhalt in den Bundestagsbüros von Parteikollegen angestellt. “Es ist möglich und damit nicht rechtswidrig”, sagte Chrupalla. “Aber ja, ich sage Ihnen ganz ehrlich: Ich finde es trotzdem schwierig.”
Das Ganze habe “ein Geschmäckle”, so Chrupalla. Er verwies aber darauf, dass es sich um Verträge handle, die rechtskräftig und nicht zu beanstanden seien, und betonte, dass auch andere Parteien Angehörige beschäftigten.
Spitzenkandidat verteidigt Anstellung
Der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, erklärte dazu, er halte es für logisch, vertrauenswürdige Personen zu beschäftigen, solange rechtsstaatliche Kriterien eingehalten würden. Auch Siegmunds Vater wird in den Berichten erwähnt.
Chrupalla sieht keine Bedrohung durch Russland
Bei Caren Miosga wurde Chrupalla auch zum deutsch-russischen Verhältnis befragt. Er sehe aktuell keine Bedrohung durch Russland, sagte Chrupalla. “Wir müssen deswegen so schnell wie möglich mit Putin wieder in die Gespräche kommen”, forderte er.
“Ich hoffe, dass der Bundeskanzler endlich diesen Dialog wieder beginnt, damit wir mit Russland ins Gespräch kommen. Man brauche wieder einen Bereich der Deeskalation, sagte der AfD-Chef.
Kritisch äußerte sich Chrupalla zu innerparteilichen Vorschlägen nach einer spezialisierten Asyl- und Abschiebeeinheit, orientiert am US-amerikanischen ICE. “Ich sehe das kritisch. Wir müssen eigene Behörden stärken”, so Chrupalla. “Wir wollen, dass alle illegalen Migranten abgeschoben werden und zwar schnell, wir brauchen mehr Beamte.”