Verteidigungsminister Pistorius hat angesichts des Iran-Kriegs vor einer nachlassenden Unterstützung für die Ukraine gewarnt. Bei einem Treffen der Unterstützerstaaten kündigte Großbritannien die Lieferung von 120.000 Drohnen an.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat nach dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe dazu aufgefordert, in der Unterstützung des von Russland angegriffenen Landes nicht nachzulassen. Diese sei nötig, auch wenn die Augen der Welt auf den Nahen Osten sowie die Bemühungen um ein Ende der Blockade in der Straße von Hormus gerichtet seien, sagte der SPD-Politiker.
“Eines ist sicher und offensichtlich: Russland profitiert von den gegenwärtigen Entwicklungen im Mittleren Osten. Die steigenden Ölpreise spülen Geld in die für den Krieg bestimmten Geldkoffer von Putin, mindestens für den Moment”, sagte Pistorius.
Rutte: “Verpflichtungen gegenüber Ukraine bekräftigt”
Die militärischen Unterstützer der Ukraine hatten sich in Berlin auf Einladung von Pistorius zu einer neuen Beratungsrunde getroffen. An dem Treffen der sogenannten Ukraine Defence Contact Group (UDCG) nahmen auch der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sowie NATO-Generalsekretär Mark Rutte persönlich teil, andere Teilnehmer wurden dazugeschaltet.
“Wir haben heute – und das war sehr wichtig – alle unsere Verpflichtungen gegenüber der Ukraine bekräftigt”, sagte NATO-Generalsekretär Rutte. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Ziele beim Kauf von US-Waffen für die Ukraine in diesem Jahr erfüllt werden können. “Ich bin optimistisch, dass wir den Fluss aus den USA finanzieren werden können.”
Pistorius versicherte seinem ukrainischen Kollegen Fedorow: “Wir halten unsere starke Unterstützung aufrecht. Die Ukraine kann sich weiterhin auf uns verlassen.”
London sagt Lieferung von 120.000 Drohnen zu
Großbritanniens Verteidigungsminister John Healey hob die Bedeutung von Drohnen auf dem Schlachtfeld in der Ukraine hervor. Unbemannte Fluggeräte seien im März für 96 Prozent der russischen Verluste verantwortlich gewesen, die im vergangenen Monat mit 35.000 Mann einen Rekord erreicht hätten, so der Minister. “Drohnen haben diesen Krieg bestimmt und sie werden entscheidend sein für seinen Ausgang”, sagte der Labour-Politiker.
Außerdem kündigte Healey an, seine Regierung werde der Ukraine noch in diesem Jahr 120.000 Drohnen verschiedener Art liefern. Es sei das bisher größte britische Drohnenpaket, so der britische Verteidigungsminister. Geliefert würden weitreichende Angriffsdrohnen, Aufklärungsdrohnen, Logistikdrohnen und solche mit maritimen Fähigkeiten.
Healey lobte zudem ausdrücklich das Angebot Kiews, die Golfstaaten bei der Abwehr iranischer Drohnen und Raketen zu unterstützen.
“Mehrere hundert Patriot-Raketen” aus Deutschland
Das Bundesverteidigungsministerium hatte bereits am Dienstag mitgeteilt, Deutschland werde “mehrere hundert Patriot-Raketen” an die Ukraine liefern. Pistorius sagte nun, dies werde über einen Zeitraum von vier Jahren geschehen. Darüber hinaus werde der deutsche Hersteller Diehl weitere Startgeräte des Flugabwehrsystems Iris-T liefern, erklärte das Ministerium. Die Ukraine sprach von 36 solchen Systemen.

