Nur wenige Kilometer von der britischen Küste entfernt hat ein russisches Kriegsschiff offenbar Warnschüsse in Richtung einer Jacht abgefeuert. Die Hintergründe sind noch unklar.
Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal offenbar Warnschüsse in Richtung einer Jacht abgegeben. Die Besatzung der in Großbritannien registrierten Jacht habe die Schüsse gemeldet, berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf britische Verteidigungskreise. Der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge soll die Jacht dem russischen Schiff zu nahe gekommen sein.
Der Vorfall soll sich rund 20 Seemeilen südlich der Isle of Wight ereignet haben und damit außerhalb der britischen Hoheitsgewässer. Es gibt bislang keine Berichte über Verletzte oder Schäden.
125 Meter lange Fregatte
Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums erklärte: “Wir untersuchen Berichte über einen Vorfall im Ärmelkanal.” Ein Schiff der Königlichen Marine, die “HMS Mersey”, beobachtete zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Zwischenfalls das russische Schiff. Dabei handelt es sich laut britischen Medien um die “Admiral Gregorowitsch”, ein 125 Meter langes Schiff mit bis zu 220 Mann Besatzung.
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund massiver Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.
Briten stoppen Tanker der russischen Schattenflotte
Erst am Sonntag hatten bewaffnete britische Einsatzkräfte im Ärmelkanal einen mit Sanktionen belegten Tanker aufgebracht und festgesetzt, der im Verdacht steht, zur russischen Schattenflotte zu gehören. Die Behörden bringen die beiden Ereignisse nicht miteinander in Verbindung.
Gegen den Kapitän des Schiffes, einen indischen Staatsangehörigen, wurde nach einem Gerichtstermin am Dienstag Untersuchungshaft verhängt. Ihm wird der Transport von russischem Öl unter Verstoß gegen internationale Sanktionen vorgeworfen.

