Russland hatte eine einseitige Waffenruhe angekündigt – für die Zeit rund um die Parade zum Weltkriegsgedenken. Die gegenseitigen Angriffe gehen dennoch weiter. In Russland mussten Flughäfen geschlossen werden.
Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Bruch jeweils einseitig erklärter Feuerpausen vor. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in den frühen Morgenstunden seien 264 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Das Ministerium erklärte, die russische Armee reagiere “symmetrisch” auf ukrainische Angriffe. Wegen der Angriffe stellten 13 Flughäfen im Süden Russlands vorübergehend ihren Betrieb ein, wie das Verkehrsministerium mitteilte.
Eines der am stärksten betroffenen Gebiete war nach russischen Angaben das südrussische Rostow. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten, teilte der Gouverneur von Rostow, Juri Sljussar, bei Telegram mit. Tote und Verletzte wurden nicht gemeldet.
Selenskyj: “Nicht ansatzweise der Versuch einer Feuerpause”
Die von Russland ausgerufene Waffenruhe war um 00.00 Uhr (Ortszeit, Donnerstag 23.00 Uhr MESZ) in Kraft getreten und soll bis Samstag gelten. Der Kreml hatte sie für diesen Zeitraum ausgerufen, um die Feierlichkeiten rund um Jahrestag des Siegs im Zweiten Weltkrieg über Nazi-Deutschland am 9. Mai abzuhalten. Speziell geht es um den Schutz der Militärparade in Moskau, die vor den Augen von Kremlchef Wladimir Putin stattfindet.
Allerdings hatte Russland eine zuvor von der Ukraine schon ab dem 6. Mai verkündete Feuerpause ignoriert. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj brach Russland auch die selbst verkündete Waffenruhe. Russische Truppen hätten in der Nacht ukrainische Stellungen attackiert, so Selenskyj. Es habe mehr als 140 russische Angriffe auf ukrainische Positionen an der Frontlinie, zehn Sturmangriffe sowie über 850 Drohnenangriffe gegeben. Dies zeige, dass Moskau “nicht einmal ansatzweise den Versuch einer Feuerpause an der Front unternommen hat”.

