Die Zahl der Todesopfer nach der jüngsten russischen Angriffswelle auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist neuen Angaben zufolge auf 21 gestiegen. Präsident Selenskyj forderte weitere Sanktionen gegen Russland.
Bei den jüngsten schweren russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach neuen Angaben mindestens 21 Menschen getötet worden. 17 Menschen weitere Menschen wurden in den Trümmern eines zerstörten Wohnblocks vermisst, wie ukrainische Medien berichteten. Dutzende Verletzte müssten behandelt werden.
Am Donnerstagabend hatten die Behörden in Kiew noch von 16 Toten gesprochen. Russland hatte die Millionenmetropole und andere Städte mit Hunderten Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern attackiert.
Klitschko erklärt Trauertag
Für Kiew war es selbst in dem seit vier Jahren währenden Krieg ein außergewöhnlich heftiger Angriff. Der Bürgermeister der Stadt, Vitali Klitschko, erklärte den heutigen Freitag zu einem Trauertag.
Schon am Mittwoch hatte Russland mit mehr als 800 Drohnen eine der heftigsten und am längsten anhaltenden Attacken auf die Ukraine seit Kriegsbeginn im Februar 2022 ausgeführt.
Nach ukrainischen Behördenangaben wurden bei dem jüngsten Angriffen landesweit Dutzende Wohnhäuser beschädigt. Auch das Umland von Kiew sowie die Gebiete Charkiw und Odessa wurden schwer getroffen.
Merz wirft Moskau Eskalation vor
Bundeskanzler Friedrich Merz schrieb am Donnerstagabend im Onlinedienst X: “Die schwersten russischen Angriffe auf die Ukraine seit Langem zeigen: Moskau setzt auf Eskalation statt Verhandlung”. Kiew und seine Partner stünden “bereit für Verhandlungen über einen gerechten Frieden. Russland aber führt weiter Krieg”, fügte er hinzu.
Selenskyj forderte weitere Sanktionen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte nach den Angriffen schmerzhaftere Sanktionen für Russland. In ein Gebäude in Kiew sei ein Marschflugkörper vom Typ Ch-101 eingeschlagen, der erst im zweiten Quartal dieses Jahres hergestellt worden sei, sagte Selenskyj. Das bedeute, dass Russland die dafür nötigen Komponenten weiterhin beziehe und die weltweiten Sanktionen umgehe.
Der ukrainische Außenministers Andrij Sybiha erklärte, die schweren russischen Angriffe während des China-Besuchs von US-Präsident Donald Trump zeigten, dass Moskau den Krieg trotz der Friedensbemühungen Washingtons fortsetzen wolle.
Es müsse mehr internationaler Druck auf Putin ausgeübt werden. “Ich bin sicher, dass die Staats- und Regierungschefs der USA und Chinas genug Einfluss auf Moskau haben, um Putin zu sagen, dass er den Krieg endlich beenden soll”, schreibt er auf X.
Russland meldet ukrainischen Angriff
Russische Behörden meldeten Angriffe ukrainischer Drohnen auf die Stadt Rjasan im Westen des Landes. Laut dem Gouverneur der Region Rjasan, Pawel Malkow, sind dabei drei Menschen ums Leben gekommen. Demnach wurden bei dem Angriff Hochhäuser und ein Industrieunternehmen beschädigt.

