Bei einer Explosion in einer Fußgängerunterführung in Völklingen war in der Nacht zum Samstag ein Mann ums Leben gekommen, vier Personen wurden verletzt. Jetzt konnte die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen – er steht unter Mordverdacht.
Nach der tödlichen Sprengstoffexplosion in einer Völklinger Fußgängerunterführung sind die Ermittler der SoKo “Glas” offenbar einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Am Mittwoch wurde nach SR-Informationen ein 45 Jahre alter Tatverdächtiger aus dem Regionalverband Saarbrücken festgenommen.
Hintergrund der verheerenden Explosion in der Völklinger Fußgängerunterführung war wohl ein Drogengeschäft.
Sprengsatz offenbar in Paket versteckt
Der Festgenommene kommt offenbar aus dem Umfeld des getöteten 32-Jährigen und betrieb eine Drogenküche. Wie der SR erfahren hat, soll er auch beruflich mit Chemikalien zu tun haben – also in der Lage gewesen sein, das verwendete Sprengmittel zusammenzumischen.
Am Donnerstagvormittag teilte die Staatsanwaltschaft außerdem weitere Informationen zum möglichen Tatablauf mit. So soll der Beschuldigte nach bisherigen Erkenntnissen dem 32-jährigen Getöteten ein Paket mit einem Sprengsatz zukommen lassen haben. Dieser soll geglaubt haben, es enthalte Drogen und habe es zunächst in der Nähe der Unterführung “an einer uneinsehbaren Stelle” versteckt.
Als er das Paket dann gegen Mitternacht in der Fußgängerunterführung geöffnet habe, sei es zur Explosion gekommen.
Verdacht des Mordes und des versuchten Mordes
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind bei der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen Chemikalien, mit denen Sprengstoff hergestellt werden kann, sowie Betäubungsmittel gefunden worden.
Der Beschuldigte steht im Verdacht des Mordes, des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung in vier Fällen. Er wurde am Mittwoch bereits dem Haftrichter vorgeführt und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Warum er dem 32-Jährigen statt Drogen Sprengstoff geliefert hatte, ist unklar. Die Verteidigerin des 45-Jährigen wollte sich auf SR-Anfrage nicht weiter äußern.
Gegen den Mann wurde aber bereits in der Vergangenheit ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz geführt.
Zwei der vier Verletzten weiter in Lebensgefahr
Weitere Hintergründe der Tat sind nach wie vor unklar. Unterdessen schweben zwei der vier Verletzten noch immer in Lebensgefahr. Einer von ihnen liegt in der Ludwigshafener Spezialklinik für Brandverletzungen.
Über dieses Thema haben auch die SR info-Nachrichten im Radio am 23.04.2026 berichtet.
Mehr zur Explosion in Völklingen
Erstveröffentlichung: 23.04.2026 | 10:47 Uhr

