Viele Menschen leiden bis heute unter den Folgen der SED-Diktatur. Die Beauftragte Zupke sieht im Jahresbericht Fortschritte bei der Unterstützung von Betroffenen – fordert aber weitere Schritte.
Der Bericht trägt den Titel “Der lange Schatten der SED-Diktatur”: Gemeint ist, dass viele Menschen auch Jahrzehnte nach dem Ende der DDR unter den Folgen politischer Verfolgung leiden. Das Papier beschreibt die Lage von politischen Häftlingen, ehemaligen Heimkindern, Zwangsausgesiedelten, Opfern von Zwangsadoptionen und Betroffenen von Haftzwangsarbeit.
Die SED-Opferbeauftragte des Bundestages, Evelyn Zupke, betont: “Wenn eine Diktatur zerbricht, dann ist zwar die Diktatur weg, aber die Folgen bleiben – und das sieht man eben über die Jahrzehnte.”
Viele Betroffene kämpfen bis heute mit gesundheitlichen, psychischen oder sozialen Folgen. Andere warten weiter auf Anerkennung oder Entschädigung.
Kompensationen nach Zwangsdoping
Der Jahresbericht verweist zugleich auf Fortschritte. Er nennt Verbesserungen bei Entschädigungsleistungen, bei der Anerkennung verfolgungsbedingter Gesundheitsschäden und durch den bundesweiten Härtefallfonds.
Zupke sieht dennoch weiteren Handlungsbedarf. Besonders die Opfer des DDR-Zwangsdopings müssten aus ihrer Sicht besser unterstützt werden. Es brauche Kompensationen für Gesundheitsschäden, unter denen die Betroffenen noch heute massiv litten, sagte sie. Auch müsse die Aufarbeitung von Haftzwangsarbeit vorankommen.
Darüber hinaus fordert Zupke mehr Aufklärung über die SED-Diktatur und ihre Folgen. Die Erinnerung an das Unrecht dürfe nicht verblassen.
