Der Wunschkandidat von US-Präsident Trump für den Chefposten der Notenbank Fed ist vom republikanisch dominierten Senat bestätigt worden. Die Demokraten fürchten um die Unabhängigkeit des Instituts.
Der mehrheitlich von Republikanern besetzte US-Senat hat den Kandidaten von Präsident Donald Trump für den Vorsitz der Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, bestätigt. Die Senatoren sprachen sich mit einer Mehrheit von 54 zu 45 Stimmen für den früheren Fed-Gouverneur aus.
Damit wird Warsh in wenigen Tagen neuer Chef der Fed. Die Amtszeit des bisherigen Chefs Jerome Powell endet am Freitag.
Ende April hatte ein Bankenausschuss des Senats grünes Licht für Warsh gegeben. Während dort alle 13 Republikaner für Trumps Kandidaten stimmten, votierten alle 11 demokratischen Senatoren gegen ihn. Sie warnten vor politischem Einfluss auf die Notenbank, während Republikaner Warsh als erfahrenen Kandidaten lobten.
Bisheriger Chef Powell geht nicht ganz
Trump hatte von der Notenbank mehrfach Zinssenkungen gefordert. Beobachter fragen sich, ob sich Warsh um eine Reduzierung der Zinssätze bemühen würde, um Trump zu beschwichtigen – auch wenn dies die Inflation verschlimmern könnte. Warsh hatte bei einer Anhörung bestritten, dass Trump ihn unter Druck gesetzt habe, den Leitzins zu senken.
Der bisherige Fed-Chef Powell war wiederholt Ziel von Trumps Angriffen. Doch auch nach Warshs Amtsantritt wird Powell nicht ganz gehen: Er will als reguläres Vorstandsmitglied in den Zentralbankrat wechseln. Dieses Gremium entscheidet regelmäßig über den Leitzins.

