Sensationsfund in Paris: Bislang unbekanntes Mozart-Manuskript aufgetaucht

Sensationsfund in Paris: Bislang unbekanntes Mozart-Manuskript aufgetaucht

Stand: 19.06.2026 • 17:17 Uhr

Eine unscheinbare Kladde entpuppt sich als Jahrzehnte-Fund: In Frankreichs Nationalbibliothek wurde ein Notenheft von Mozart entdeckt – ein wertvoller Einblick in seine Arbeit als Klavierlehrer.

In den Beständen von Frankreichs Nationalbibliothek in Paris ist ein bisher unbekanntes Mozart-Manuskript aufgetaucht. Das 44-seitige Notenheft enthalte sieben Stücke für Harfe und Flöte sowie Kompositionsübungen, erklärte der Konservator in der Musikabteilung, François-Pierre Goy.

Die Aufzeichnungen entstanden demnach 1778 während des letzten Paris-Aufenthalts des Komponisten. Fachleute bewerten den Fund als eine der bedeutendsten Entdeckungen der vergangenen Jahrzehnte.

Sieben Stücke für Harfe und Flöte: ein wertvoller Einblick in Mozarts Kompositionsunterricht.

Am Notenschlüssel erkannt

Goy entdeckte die in marmoriertes Papier eingefasste Kladde im Februar, nachdem er sich andere Unterrichtsmaterialien Mozarts angesehen hatte. Ihm seien die “rundlichen, leicht nach vorn geneigten Violinschlüssel” und die “anders als in Frankreich notierten Bassschlüssel” aufgefallen.

Vergleiche mit anderen Manuskripten und das verwendete Papier hätten ebenfalls für die Autorschaft des österreichischen Komponisten gesprochen. Sie wurde später auch vom Mozarteum in Salzburg bestätigt.

Mozarts Handschrift: am “rundlichen, leicht nach vorn geneigten Violinschlüssel” erkannt.

Seltener Einblick in Mozarts Unterricht

Die Verwendung französischen Papiers und der Inhalt legen laut der Nationalbibliothek nahe, dass das Manuskript aus den Unterrichtslektionen stammt, die Mozart zwischen Mai und Juli 1778 in Paris erteilte. In dieser Zeit unterrichtete er Marie-Louise-Philippine de Guînes, eine französische Harfenistin aus einer adeligen Musikerfamilie, im Komponieren.

Das Musikheft zeigt den jungen Lehrer Mozart somit in seiner täglichen Arbeit – einen bislang kaum dokumentierten Aspekt seines Schaffens. In dem Manuskript stehen Handschriften von Lehrer und Schülerin nebeneinander.

Die letzte Übung blieb unvollendet, zudem sind die letzten sechs Seiten leer – als hätte die Arbeit abrupt geendet. Tatsächlich endeten die Unterrichtsstunden mit der Hochzeit der Schülerin am 26. Juli 1778.

Diese unscheinbare Kladde entpuppte sich als spektakulärer Fund.

Weltpremiere am Sonntag

Die neu entdeckten Stücke für Harfe und Flöte sind insgesamt etwa 20 Minuten lang und wurden bereits eingespielt. Das Werk soll am Sonntag bei einem Konzert in der Nationalbibliothek erstmals vorgetragen werden.

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