Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten haben deutsche Start-ups im ersten Quartal mehr Geld bekommen als im Vorjahr. Die meisten Deals schlossen Firmen aus der Gesundheitsbranche. Auch die KI spielt eine Rolle.
Ein Lichtblick für die Gründerbranche: Deutsche Start-ups haben im ersten Quartal mehr Wagniskapital von Investoren eingesammelt – trotz großer Unsicherheit wegen des Iran-Kriegs und der schwächelnden Konjunktur. In den ersten drei Monaten bekamen Wachstumsfirmen 1,7 Milliarden Euro von Investoren wie Fonds und Konzernen, wie die staatliche Förderbank KfW mitteilte. Das seien sechs Prozent mehr als im ersten Quartal 2025.
Über drei Viertel der Investitionen aus dem Ausland
“Das Investitionsvolumen war dabei nicht von einzelnen Megadeals getrieben, sondern ergab sich aus einer stabilen Entwicklung in der Breite des Marktes”, hieß es. Zudem spielten internationale Investoren, vor allem aus den USA, eine größere Rolle. Über drei Viertel der investierten Mittel stammten aus dem Ausland, nach je rund zwei Dritteln in den beiden vorangegangenen Quartalen.
“Das beständig hohe Interesse aus dem Ausland an deutschen Start-ups ist angesichts anhaltender handels- und geopolitischer Risiken nicht selbstverständlich”, sagte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. Das zeige das anhaltende Vertrauen internationaler Kapitalgeber in den deutschen Technologie- und Gründungsstandort.
Die meisten Deals in Deutschland schlossen Start-ups aus der Gesundheitsbranche ab (18 Prozent), gefolgt von Finanzfirmen mit knapp über 15 Prozent. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Neugründungen auf einen Rekordwert gestiegen. Über 3.500 Unternehmen kamen neu auf den Markt.
Start-ups bei größeren Summen auf die USA angewiesen
Auch der Boom um Künstliche Intelligenz (KI) wirkt sich aus: Deutsche Start-ups aus allen Wirtschaftsbereichen, die auf KI-basierte Anwendungen setzen, sammelten im ersten Quartal in 71 Finanzierungsrunden 967 Millionen Euro ein. Mit einem Anteil von 58 Prozent am gesamten Marktvolumen überstieg der KI-Anteil im ersten Quartal den Durchschnitt 2025 von rund 43 Prozent deutlich.
Im Vergleich mit den USA ist die Summe jedoch gering: Dort sammelten allein die vier KI-Marktführer im ersten Quartal zusammen 188 Milliarden Dollar ein, zeigen die KfW-Zahlen. Auch in Großbritannien und in Frankreich bekamen KI-Start-ups Milliarden-Finanzierungen. Ein Risiko aus Sicht der KfW sind derzeit steigende Zinsen infolge von Inflationssorgen. Sie erschwerten es Investoren, Kapital einzusammeln.
Generell sind deutsche Start-ups bei großen Summer aber ohnehin meist auf amerikanische Investoren angewiesen. Aufstrebende Firmen zieht es oft an US-Börsen. Hierzulande werden nach Angaben des Startup-Verbands rechnerisch 90 Euro pro Einwohner in Wagniskapital investiert, in den USA (510 Euro) sind es demnach fast sechsmal so viel.

