Tankrabatt beschlossen: Wie billig werden Kraftstoffe jetzt?

Tankrabatt beschlossen: Wie billig werden Kraftstoffe jetzt?


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Stand: 24.04.2026 • 14:40 Uhr

Ab 1. Mai soll der Tankrabatt greifen – für zwei Monate. Doch wie stark werden die Spritpreise wirklich sinken? Geben die Mineralölkonzerne die Steuererleichterung weiter? Und wer profitiert wirklich?

Wie funktioniert der Tankrabatt?

Kurz gesagt: Die Steuern auf Diesel und Benzin werden gesenkt, sodass auch die Preise an den Tankstellen runtergehen sollen. Konkret wurde eine Steuerreduzierung von 14,04 Cent pro Liter beschlossen – berechnet anhand der Mindestbesteuerung von Diesel.

Weil auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich insgesamt eine Steuerreduzierung um 16,7 Cent.

Ab wann wird der Sprit billiger?

Voraussichtlich werden die Preise am 1. Mai um Mitternacht oder zumindest in den frühen Morgenstunden deutlich sinken. Das liegt aber vor allem daran, dass die Kunden es so erwarten. Denn der allermeiste Kraftstoff, der in der ersten Phase des Tankrabatts verkauft wird, ist aus Sicht der Mineralölkonzerne und Tankstellen noch mit der normalen, höheren Steuer belegt.

Die Energiesteuer wird nämlich nicht beim Verkauf an der Zapfsäule, sondern bei der Lieferung an die Tankstelle fällig – oder genauer gesagt in dem Moment, in dem der Sprit die Raffinerie beziehungsweise das Großtanklager verlässt.

Aus der Branche sind bereits Klagen zu hören, dass dies die Unternehmen belaste. Allerdings können sie am Ende des Rabatts voraussichtlich davon profitieren, dass sie dann noch niedrig versteuerte Restbestände zu wieder höheren Preisen verkaufen können. Das war schon beim Tankrabatt 2022 der Fall.

Sinkt der Preis um die vollen 16,7 Cent?

Hier dämpft der ADAC ein wenig die Erwartungen. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Preise am 1. Mai um Mitternacht sofort um die vollen 16,7 Cent sinken, erklärt der Kraftstoffmarkt-Experte Christian Laberer. Das sei auch 2022 nicht der Fall gewesen. Stattdessen seien die Preise sukzessive gefallen.

Letztlich werden Preise und Preisentwicklung von Tankstelle zu Tankstelle unterschiedlich sein – wie auch jetzt schon. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hat angekündigt, dass die volle Steuerersparnis weitergegeben werden soll – wies aber darauf hin, dass dies auch von anderen Preisentwicklungen überlagert werden kann.

Werden Diesel und Benzin so billig wie vor dem Iran-Krieg?

Voraussichtlich nicht, zumindest nicht wegen der reduzierten Energiesteuer. Am letzten Tag vor Kriegsausbruch Ende Februar kostete ein Liter Super E10 1,778 Euro, ein Liter Diesel 1,746 Euro.

Sollte die Reduzierung schnell und weitgehend weitergegeben werden und die Preise bis dahin nicht aus anderen Gründen stark steigen, müsste der Sprit am Vormittag des 1. Mai bei E10 an den meisten, bei Diesel an vielen Tankstellen zumindest wieder unter die Marke von zwei Euro fallen.

Wie viel bringt der Rabatt dem Durchschnittsfahrer?

Ein durchschnittlicher Diesel-Verbrenner wird laut Kraftfahrt-Bundesamt pro Jahr rund 17.000 Kilometer gefahren. Mit einem typischen Verbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometer ergibt der Rabatt – sofern er komplett ankommt – rechnerisch eine Ersparnis von rund 33 Euro in den zwei Monaten.

Bei einem Benziner sind es rund 9.500 Kilometer im Jahr – bei einem typischen Verbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer spart der Rabatt rechnerisch gut 21 Euro in zwei Monaten.

Drohen lange Schlangen oder Engpässe?

Die Konstruktion der Steuer macht es für Tankstellen attraktiv, mit eher kleinen Lagerbeständen in den Mai zu gehen, um möglichst schnell auf niedriger versteuerten Sprit umzusteigen – ähnlich einem Urlauber, der nicht mehr kurz vor der Grenze volltankt, wenn der Sprit im Ausland billiger ist.

Außerdem werden viele Autofahrer ihre Tanks kurz vor dem 1. Mai vermutlich nicht komplett füllen, also in den ersten Tagen verstärkten Bedarf haben. Da die Liefermöglichkeiten am Feiertag und dem darauffolgenden Wochenende eingeschränkt sind, warnte der Tankstellenverband bft vor möglichen Engpässen.

ADAC-Experte Laberer rechnet dagegen nicht mit nennenswerten Versorgungsengpässen. “Es ist möglich, dass sich einzelne Tankstellen vielleicht verkalkulieren, aber es wird kein Massenphänomen sein”, so Laberer. Es sei ja auch im Interesse der Tankstellen und Mineralölkonzerne, dass genügend Sprit da ist, “damit sie etwas zu verkaufen haben”.

Wie lange das Lager einer Tankstelle ausreiche, sei unterschiedlich, erklärt der Kraftstoffmarkt-Experte. “In der Regel dürften es wenige Tage sein.”

Werden die Preise vor dem 1. Mai steigen?

2022 waren die Preise im Vorfeld des Tankrabatts deutlich gestiegen. Das hatte damals den Verdacht erregt, dass die Preise vor dem Start des Tankrabatts erhöht wurden, “um ein Polster zu schaffen, von dem aus die Preise gesenkt wurden”, sagt Laberer.

Er hält es für möglich, dass das auch dieses Mal wieder passiert. Der ADAC werde das sehr genau beobachten. Nach Ostern waren die Spritpreise deutlich gefallen, am Donnerstag ging die Tendenz allerdings wieder leicht nach oben.

Was kostet das alles und wer bezahlt?

Durch die gesenkten Steuern entgehen dem Staat rund 1,6 Milliarden Euro. Damit ist der Tankrabatt nur etwa halb so teuer wie 2022. Damals hatte er allerdings auch drei Monate gedauert, also einen Monat länger. Und bei Benzin fiel die Steuerreduzierung mit insgesamt 35,2 Cent pro Liter auch ein gutes Stück höher aus.

Und wer profitiert?

Zunächst einmal natürlich Autofahrer mit Verbrennern. Sie tanken günstiger. Das macht umso mehr aus, je mehr man fährt und je mehr das eigene Auto verbraucht.

Allerdings profitiert auch die Wirtschaft von der Entlastung – denn nur ein Teil des Spritverbrauchs entfällt auf Privatfahrzeuge. Wenn der Sprit für Lastwagen weniger kostet, drückt das auch Lieferkosten. Das kann Unternehmen entlasten oder den Anstieg von Preisen dämpfen.

Und auch die Mineralölindustrie dürfte profitieren. Wenn der Staat den Sprit durch Steuerverzicht billiger macht, ist das gut für den Absatz. Außerdem ist derzeit noch offen, ob der Rabatt wirklich vollumfänglich an die Kunden weitergegeben wird. Für 2022 jedenfalls kam unter anderem das RWI-Institut zum Ergebnis, dass nur ein Teil des Steuerrabatts weitergegeben wurde.

Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa

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