US-Präsident Trump setzt auf Gespräche mit Iran – der zögert

US-Präsident Trump setzt auf Gespräche mit Iran – der zögert

Stand: 22.04.2026 • 06:34 Uhr

Erst drohte Trump dem Iran martialisch, dann verlängerte er einseitig die Waffenruhe. Der US-Präsident agiert weiter sprunghaft, Kritiker bezweifeln, dass es überhaupt eine Strategie gibt.

Nina Barth

Es ist einmal mehr eine Kehrtwende von Donald Trump: Ein paar Stunden vor Auslaufen der Waffenruhe zwischen den USA und Iran hat der US-Präsident sie verlängert. Dabei hatte er ein paar Stunden zuvor dem Sender CNBC noch gesagt, er wolle das nicht tun.

Sollte es nicht bald ​zu einer Einigung mit Iran kommen, würden die USA ihre Angriffe wieder aufnehmen, sagte Trump. “Ich gehe davon aus, dass wir bombardieren werden, da dies die bessere Ausgangsposition ist. ‌Das Militär steht in den Startlöchern”, so Trump. Außerdem erklärte er, es werde einen “großartigen Deal” für die USA geben. Iran habe keine Wahl.

Aber Iran hat die Wahl. Und dazu gehört auch, nicht zu weiteren Verhandlungen zu erscheinen oder zumindest auf eine Zusage warten zu lassen.

Das US-Verhandlungsteam um Vizepräsident JD Vance flog noch nicht nach Islamabad in Pakistan. Denn Iran bestätigte bis jetzt nicht, an Verhandlungen teilzunehmen. Daraufhin folgte Trumps Ankündigung, die Waffenruhe verlängern zu wollen. Und zwar so lange, bis ein geeinter Vorschlag aus Iran vorliege und die Gespräche abgeschlossen seien, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

“Trump weiß nicht, wie er da wieder rauskommen soll”

Für den demokratischen Abgeordneten Seth Moulton zeigt Trumps Ankündigung, dass nicht die USA, sondern Iran die Kontrolle über die Situation hat. Teheran habe das Sagen. Die Iraner verstünden offensichtlich deutlich besser, wie Trump ticke, als Trump die Iraner verstehe, so Moulton bei CNN.

Aus Moultons Sicht will sich Trump Zeit verschaffen. Der Präsident habe keine Ahnung, was er als nächstes tun solle. Es gebe keinen Plan und es habe nie einen Plan gegeben. Und Trump selbst wisse nicht, wie er da wieder rauskommen solle.

“In dieser Situation ist die Waffenruhe die richtige Entscheidung”, analysiert Beth Sanner, Expertin für nationale Sicherheit bei CNN. Denn Trump steckt offensichtlich in einem Dilemma. Er könnte die Bombardierungen wieder beginnen, er könnte Vance nach Pakistan schicken, ohne zu wissen, ob der Iran auftaucht, oder er könne die Waffenruhe verlängern. Tür Nummer drei – die Verlängerung der Waffenruhe – sei die am wenigsten schlechte von drei Optionen, so Sanner.

Iran: Verlängerung der Waffenruhe hat keinerlei Bedeutung

Trump schrieb auf Truth Social auch, mit seiner Entscheidung reagiere er auf den Wunsch Pakistans, von Angriffen abzusehen, bis ein Vorschlag aus Iran vorliege. Der ist aber nicht in Sicht.

Mahdi Mohammadi, ein Berater von Mohammad Bagher Ghalibaf, Irans Chefunterhändler und Parlamentspräsident, schreibt auf X, die Verlängerung der Waffenruhe habe “keinerlei Bedeutung”.

Iran sieht die US-Blockade iranischer Häfen als Verletzung der Waffenruhe an. Und Trump hatte klargestellt, die Blockade werde aufrechterhalten – das ist ein zentrales Hindernis für weitere Gespräche. Und so ist offen, ob und wann es weitere Verhandlungen geben wird. Daran ändert auch die von Trump angekündigte Verlängerung der Waffenruhe nichts.

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