US-Soldat wegen Wette auf Gefangennahme Maduros mit Insiderwissen angeklagt

US-Soldat wegen Wette auf Gefangennahme Maduros mit Insiderwissen angeklagt

Stand: 24.04.2026 • 14:56 Uhr

Ein US-Soldat war an der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Maduro beteiligt – und soll im Vorfeld darauf gewettet habe. Es ist nicht die erste Auffälligkeit am Wettmarkt in Verbindung mit Entscheidungen der US-Regierung.

Ein US-Soldat ist wegen der mutmaßlichen Platzierung einer Wette auf die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen worden. Die Wette soll er aufgrund vertraulicher Informationen getätigt haben.

Der 38-jährige Soldat soll mit Wetten zu dem Einsatz der US-Armee auf der auf Kryptowährung basierenden Prognosemarkt-Plattform Polymarket mehr als 400.000 Dollar (342.000 Euro) verdient haben, wie aus der Anklageschrift des US-Justizministeriums hervorgeht. Der Soldat war den Justizbehörden zufolge an der Planung und Ausführung des Einsatzes zur Gefangennahme Maduros beteiligt.

Den Behörden zufolge legte er gegen Ende Dezember ein Konto bei Polymarket an und platzierte mehrere Wetten. Er setzte etwa darauf, dass US-Streitkräfte in Venezuela aktiv sein würden und Maduro bis zum 31. Januar 2026 sein Amt verlieren würde.

Soldaten drohen bis zu 50 Jahre Haft

Der Soldat wird laut Anklageschrift unter anderem des Überweisungsbetrugs und einer unzulässigen Geldtransaktion angeklagt. Sollte er in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen werden, droht ihm eine Höchststrafe von 50 Jahren Haft.

“Unsere Männer und Frauen in Uniform werden mit vertraulichen Informationen betraut, damit sie ihren Auftrag erfüllen können und es ist ihnen untersagt, diese höchst sensiblen Informationen zu ihrem persönlichen finanziellen Vorteil zu nutzen”, erklärte der amtierende US-Justizminister Todd Blanche.

Das US-Militär hatte am 3. Januar Ziele in der venezolanischen Hauptstadt Caracas angegriffen, Präsident Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht. Er sitzt seitdem in New York in Haft, wo ihm wegen “Drogenterrorismus” der Prozess gemacht werden soll.

Auffälligkeiten am Wettmarkt

Die Wette des US-Soldaten ist der jüngste Fall der vermuteten Verwendung von Insiderwissen, um auf Entscheidungen der US-Regierung zu wetten. Ende März hatte es auffällige Handelsbewegungen im Vorfeld der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump gegeben, die Angriffe gegen Iran vorübergehend auszusetzen.

Und Anfang des Jahres hatten sechs Konten auf Polymarket 1,2 Millionen Dollar gewonnen, nachdem sie darauf gesetzt hatten, dass die US-Armee am 28. Februar den Iran angreifen würden. An genau diesem Tag brach der Iran-Krieg aus.

Im Zusammenhang mit diesen Wetten wurden bislang keine Festnahmen vorgenommen. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass US-Präsident Trump oder Mitarbeiter des Weißen Hauses mit den Wetten in Verbindung stehen.

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