Versicherungskonzern Allianz verdient so viel wie nie

Versicherungskonzern Allianz verdient so viel wie nie

Stand: 13.05.2026 • 10:45 Uhr

Traumstart ins neue Jahr für Europas größten Versicherer Allianz: Der Münchener DAX-Konzern hat im ersten Quartal so viel verdient wie noch nie. Auch die Erwartungen der Analysten wurden übertroffen.

Die Allianz ist mit viel Rückenwind ins neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal des laufenden Jahres hat der DAX-Konzern operativ 4,52 Milliarden Euro verdient, so viel wie noch nie in einem Quartal. Analysten hatten im Vorfeld ein Ergebnis von 4,36 Milliarden Euro erwartet.

Vor allem in der Sachversicherung und im Asset Management, der Vermögensverwaltung, lief es besser als erwartet. In der Lebens- und Krankenversicherung verharrte das Ergebnis auf hohem Niveau. Der Überschuss des Konzerns schoss wie erwartet sogar um mehr als die Hälfte auf 3,7 Milliarden Euro nach oben. Dies lag an einem bereits bekannten Verkauf von Beteiligungen in Indien.

Das gesamte Geschäftsvolumen – die Summe aus Versicherungsprämien und Fondsgebühren – verbesserte sich um 3,5 Prozent auf 53 Milliarden Euro. “Wir haben an die Dynamik eines hervorragenden Jahres 2025 angeknüpft”, sagte Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre.

Auch die Anleger sind zufrieden. An der Börse legt die Allianz-Aktie im frühen Geschäft rund 1,7 Prozent zu und schneidet damit besser ab als der DAX, der rund ein Prozent gewinnt. Am Dienstag hatte das Allianz-Papier bei 368,20 Euro geschlossen.

Ziele bestätigt – Fonds- und Sachgeschäft legen kräftig zu

Mit dem guten Quartalsergebnis im Rücken sieht sich die Allianz auf Kurs, ihr selbstgestecktes Jahresziel zu erreichen. Vorstandschef Oliver Bäte erwartet, in diesem Jahr ein operatives Ergebnis Gewinn von 17,4 Milliarden Euro zu erzielen, bei einer Schwankungsbreite von rund einer Milliarde Euro.

Die Allianz ist in den drei Geschäftsbereichen Sachversicherung, Lebens- und Krankenversicherung und Asset Management tätig. Eine positive Abweichung nach oben gab es vor allem im Geschäft mit Investmentfonds. Die Fonds der Konzerntöchter Pimco und Allianz Global Investors sammelten insgesamt 45 Milliarden Euro an frischen Kundengeldern ein – weitaus mehr als von Analysten erwartet. Insgesamt verwaltet die Allianz für Dritte etwas über zwei Billionen Euro. Im Quartal wuchs der Wert um knapp sechs Prozent.

Auch das größte Geschäft, die Sachversicherung, schnitt besser ab als erwartet. Dabei schauen Analysten genau hin, ob die Beitragseinnahmen alleine ausreichen, um die Schäden zu begleichen und die eigenen Kosten zu decken. Wenn dem so ist, ist die Sparte operativ in den schwarzen Zahlen – auch ohne die Hinzurechnung von Kapitalerträgen.

Die Allianz erfüllt dieses wichtige Kriterium auf Konzernebene schon länger, lediglich außergewöhnliche Belastungen schlagen zu Buche. So etwa die verheerenden Waldbrände in Los Angeles im Vorjahr. In diesem Quartal waren die Schäden weit niedriger. Die Allianz ist zusammen mit der HUK-Coburg auch Marktführer in der deutschen Kraftfahrzeugversicherung.

Hohe Dividende

Zuletzt hat sich die Aktie auf hohem Niveau leicht unterhalb der Kursmarke von 400 Euro bewegt und damit in der Nähe des Allzeithochs bei 397 Euro. Zu mehr hat es bisher nicht gereicht. Die Börse honoriert aber mit dem hohen Niveau den guten Geschäftsverlauf der Gesellschaft.

Seit dem Fünf-Jahres Tief im Oktober 2022 bei knapp 160 Euro hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Allgemein gelten Versicherer zudem als attraktive Dividendenpapiere. Index-Kollege Münchener Rück zahlte Anfang Mai sogar 20,00 Euro je Anteilsschein – die höchste absolute Dividende im DAX.

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