In Venezuela ist nach Angaben des Gesundheitsministers die Zahl der Toten auf mindestens 235 gestiegen. Mehrere Länder bieten ihre Hilfe an. Auch Einsatzkräfte aus Deutschland bereiten sich vor.
Die Zahl der Todesopfer durch das schwere Doppel-Erdbeben in Venezuela ist auf mindestens 235 gestiegen. Dies teilte der Gesundheitsminister Carlos Alvarado im staatlichen Fernsehen mit. In einer vorherigen Bilanz hatte Parlamentspräsident Jorge Rodríguez von mindestens 188 Todesopfern und 1500 Verletzten gesprochen.
Nach den tödlichen Erdbeben, die das südamerikanische Land erschüttert haben, werden aus Ländern wie Deutschland und Mexiko Rettungskräfte entsandt, um nach Überlebenden zu suchen. Knapp 50 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) fliegen an diesem Freitag von Deutschland aus in das Katastrophengebiet.
Schnell-Einsatz-Einheit auf dem Weg nach Venezuela
“In der Regel sagt man, 72 Stunden nach einem Erdbeben, das sind ganz entscheidende Stunden. Da können wir auch noch sehr viele Menschen lebend retten”, sagte THW-Präsidentin Sabine Lackner in Köln kurz vor der Abreise des Teams aus Deutschland.
Es gebe aber auch danach immer wieder “Wunder”. Der Abflug des THW-Teams ist für Freitagmorgen vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen mit einer Bundeswehr-Maschine geplant. Im Vordergrund stünden die Bergung und Rettung von Personen aus zerstörten Gebäuden, sagte Lackner. Zu der Schnell-Einsatz-Einheit gehörten vier Rettungshundeführer mit jeweils einem Hund.
USA schicken Schiffe und Transportflugzeuge
US-Präsident Donald Trump bekräftigte, dass sein Land Venezuela unterstützen werde. Auch das US-Militär soll helfen – dafür seien unter anderem ein amphibisches Transportschiff, ein Küstenkampfschiff und Transportflugzeuge bereitgestellt worden, teilte das zuständige US-Regionalkommando Southcom mit.
Zuvor hatte das US-Außenministerium bereits angekündigt, zusätzlich zur logistischen Unterstützung 150 Millionen Dollar (rund 132 Mio. Euro) an Hilfsgeldern zu mobilisieren. 100 Millionen davon sollen direkt an das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten OCHA gehen. Kanada sagte laut Angaben des Außenministeriums in Ottawa 5 Millionen kanadische Dollar (gut 3 Mio. Euro) humanitäre Hilfe zu.
Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der beiden Erdbeben mit 7,2 und 7,5 an. Zwischen beiden Erschütterungen lagen laut USGS nur 39 Sekunden. Es gab demnach schon 20 Nachbeben. Es war das stärkste Beben in dem Land seit mehr als einem Jahrhundert.