Waffenruhe im Iran-Krieg: Trump soll Teheran Frist gesetzt haben

Waffenruhe im Iran-Krieg: Trump soll Teheran Frist gesetzt haben

Stand: 23.04.2026 • 04:58 Uhr

Die Waffenruhe im Iran-Krieg ist verlängert. Bis wann und wie es jetzt weitergeht, ist allerdings offen. US-Präsident Trump soll Medienberichten zufolge Iran nur wenige Tage Zeit gegeben haben.

Was will Donald Trump im Iran-Krieg? Nach der einseitigen Verlängerung der Waffenruhe rätseln viele Beobachter über die Strategie des US-Präsidenten.

US-Medienberichten zufolge will Trump dem Regime in Iran nur wenige Tage Zeit geben, um sich auf einen geeinten Vorschlag zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Er sei bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, berichten das Nachrichtenportal Axios und der Sender Fox News unter Berufung auf eine US-Quelle beziehungsweise einen Beamten aus dem Weißen Haus. Trumps am Dienstag angekündigte Verlängerung der Waffenruhe ist demnach nur für einen kurzen Zeitraum angedacht.

Der New York Post zufolge teilte Trump mit, er halte eine zweite Gesprächsrunde zwischen den Konfliktparteien in den kommenden drei Tagen für möglich. Offizielle Bestätigungen für diese Berichte gibt es nicht.

Weißes Haus: Keine Frist für neuen Vorschlag

Zweifel sind angebracht, hatte Trump doch zuvor noch bei Fox News verlauten lassen, es gebe “keinen Zeitrahmen” und “keinen Zeitdruck” in dem Konflikt. “Die Leute sagen, ich wolle die Sache wegen der Zwischenwahlen schnell hinter mich bringen, das stimmt nicht”, sagte Trump und fügte hinzu, die Regierung wolle “ein gutes Ergebnis für das amerikanische Volk erzielen”.

Bei dieser Version blieb auch Trumps Sprecherin Karoline Leavitt. Der Präsident habe keine feste Frist für die Übermittlung eines iranischen Vorschlags gesetzt, sagte sie. Gleichzeitig betonte sie, dass es letztlich Trump sei, der den Zeitplan vorgeben werde.

Irans Präsident offen für Verhandlungen

Irans Präsident Massud Peseschkian signalisierte Offenheit für weitere Verhandlungen. “Der Iran hat Dialog und Einigung stets begrüßt und tut dies weiterhin. Vertragsbruch, Blockade und Drohungen bleiben jedoch die Haupthindernisse für echte Verhandlungen”, schrieb Peseschkian auf X.

In Iran ist der Präsident, anders als in vielen Ländern, nicht Staatsoberhaupt, sondern Regierungschef. Peseschkian gilt in Iran als verhältnismäßig moderater Politiker, seine Macht als äußerst begrenzt.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat der Iran weiter keine Pläne, an Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. Der Iran hatte zuletzt Angriffe auf drei Frachtschiffe in der Straße von Hormus für sich reklamiert. Über die Schifffahrtroute gibt es zwischen den USA und Iran großen Streit. Erst hatte Iran die Meerenge weitgehend geschlossen, dann hatten die USA auch die Durchfahrt nach Iran mit einer Blockade verhindert.

Ghalibaf unnachgiebig

Mit Blick auf mögliche Verhandlungen sagte der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf, ein vollständiger Waffenstillstand ergebe nur Sinn, wenn die US-Blockade aufgehoben werde. Durch die Meerenge werden normalerweise etwa 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert.

Vor eineinhalb Wochen waren Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans über ein mögliches Ende des Iran-Krieges ergebnislos geblieben. Iran und die USA warfen sich vor, gegen die am 8. April in Kraft getretene Feuerpause verstoßen zu haben.

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