Stand: 27.06.2026 • 19:57 Uhr

Zehntausende haben in Budapest bei der Pride-Parade gefeiert. Es war der erste Umzug seit der Abwahl von Regierungschef Orban, der die Parade untersagt hatte. An die neue Regierung richteten die Teilnehmer Appelle.

Temperaturen von bis zu 38 Grad konnten die Teilnehmer nicht vom Feiern abhalten: In Budapest hat die erste Pride-Parade stattgefunden, seit Regierungschef Viktor Orban nicht mehr im Amt ist. In den Straßen der ungarischen Hauptstadt kamen Zehntausende zusammen, schwenkten Fahnen und zogen große Regenbogenbanner durch die Menschenmenge.

Orbans Regierung hatte die Demonstration in Budapest im vergangenen Jahr untersagt – unter anderem mit Verweis auf ein Anti-LGBTQ-Gesetz aus dem Jahr 2021, das 2025 noch einmal verschärft wurde.

Verfahren gegen Bürgermeister eingestellt

Die Pride-Parade in Budapest im vergangenen Jahr fand dennoch statt, mehr als 200.000 Menschen nahmen teil. Der liberale Bürgermeister Gergely Karacsony hatte die Veranstaltung damals unter den Schutz seiner Stadtregierung gestellt. Bei der heutigen Parade verkündete Karacsony laut ungarischen Medien nun, dass das zuständige Gericht das Verfahren eingestellt habe, das wegen der Pride-Parade im vorigen Jahr gegen ihn anhängig war.

Im April hatte der Europäische Gerichtshof geurteilt, dass die ungarischen Anti-LGBTQ-Gesetze gegen die EU-Grundfreiheiten verstießen.

Appelle an neue Regierung

Etliche Teilnehmer äußerten während des Marsches Appelle an die Regierung des neuen Ministerpräsidenten Peter Magyar. Diese müsse die “Dämonisierung” von sexuellen Minderheiten beenden, den Zusammenhalt stärken und mit Organisationen zusammenarbeiten, die Ungarns LGBTQ-Personen repräsentierten.

Magyar hatte bereits angekündigt, das Verbot der Orban-Regierung nicht fortzuführen. Die neue Regierung hob das Gesetz bisher zwar nicht auf, doch die Polizei genehmigte die Veranstaltung und sorgte entlang der Strecke für Sicherheit. Zu Wochenbeginn hatte der anstehende LGBTQ-Umzug für einen Schlagabtausch zwischen Regierungsvertretern und der Opposition im Parlament gesorgt.

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