Stand: 02.07.2026 • 08:43 Uhr

Bis zu 1,6 Millionen Tonnen Kriegsmunition liegen am Grund von Nord- und Ostsee. Giftige Stoffe belasten die Umwelt – und gelangen in die Nahrungskette. Ein Kompetenzzentrum in Rostock soll nun die Bergung voranbringen.

Das neue Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung aus dem Meer in Rostock nimmt Gestalt an. Ein Aufbaustab hat seine Arbeit aufgenommen, teilte das Bundesumweltministerium mit. Minister Carsten Schneider (SPD) wird dort heute zu einem Besuch erwartet.

Das Zentrum soll die Bergung von Kriegsmunition in der deutschen Nord- und Ostsee vorantreiben. Bis Mitte 2028 soll außerdem eine schwimmende Industrieplattform entstehen, auf der die Munition nach der Bergung direkt entsorgt werden kann.

500 Kilogramm schwer: eine aus der Ostsee geborgene Weltkriegsbombe.

1,6 Millionen Tonnen Munition am Meeresgrund

Bis zu 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition liegen nach heutigem Wissen auf dem Meeresgrund von deutscher Nord- und Ostsee – teilweise nur wenige Kilometer von Stränden entfernt. 300.000 Tonnen liegen in der Ostsee – und davon wiederum das meiste vor der Küste Schleswig-Holsteins.

Teilweise ist die Munition noch mit Zündern ausgestattet. Das hängt auch davon ab, ob die Granaten oder Bomben bei Kampfhandlungen mit untergingen oder von den Alliierten nach dem Krieg versenkt wurden.

Munition gibt Giftstoffe ab

Durch die fortschreitende Korrosion der Munition werden giftige Stoffe wie TNT im Wasser freigesetzt. Das führt zu einer schweren Umweltbelastung. Laut Bundesumweltministerium konnten in Muscheln und Fischen, die in der Nähe von Munitionsfundorten leben, bereits Spuren dieser Stoffe nachgewiesen werden.

Die Substanzen können außerdem teils krebserregend sein und das Erbgut schädigen. Bei Plattfischen etwa sei ein Anstieg von 25 Prozent bei Lebertumoren im Vergleich zu unbelasteten Gebieten festgestellt worden.

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