1,2 Millionen Haushalte in der Ukraine ohne Strom

1,2 Millionen Haushalte in der Ukraine ohne Strom

Stand: 24.01.2026 13:37 Uhr

Mindestens ein Mensch starb, Hunderttausende sind erneut ohne Wärme und Wasser: Ungeachtet laufender Verhandlungen für ein Ende des Kriegs hat Russland seine Angriffe in der Ukraine fortgesetzt. Vor allem Kiew meldete massiven Beschuss.

Nach massiven russischen Angriffen auf die Energieversorgung sind in der Ukraine 1,2 Millionen Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Nach Angaben von Vizeregierungschef Olexij Kuleba waren allein in der Hauptstadt Kiew 800.000 Menschen ohne Strom. Bei Temperaturen um minus zehn Grad fielen in fast 6.000 Gebäuden die Heizungen aus, wie Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte. Der Luftwaffe zufolge feuerte Russland in der Nacht insgesamt 375 Drohnen und 21 Raketen ab.

Russland hatte zuletzt immer wieder systematisch Energieobjekte in der Ukraine angegriffen. Für die Ukrainer bedeuten die Angriffe während des strengen Winters eine große Herausforderung, schilderte ARD-Korrespondent Vassili Golod auf tagesschau24 aus Kiew. “Russland versucht weiter mitten in den Verhandlungen den Menschen in der Ukraine die Lebensgrundlage zu nehmen bei eiskalten Temperaturen”, sagte er. “Das ist das, womit sich die Menschen befassen: mit dem Überleben.”

Die Ukrainer kämen mit der Wiederherstellung der Energieinfrastruktur nicht mehr hinterher. Die Schäden seien massiv und es fehle an Ersatzteilen. “Es werden auch sehr viele Ingenieure immer wieder getötet bei Angriffen”, erklärte er.

Schwere Angriffe auch in Charkiw und Tschernihiw

Bei den neuerlichen Angriffen kam demnach in Kiew erneut mindestens ein Mensch ums Leben, vier weitere wurden verletzt. “Kiew wird vom Feind massiv angegriffen. Verlassen Sie die Schutzräume nicht”, erklärte Klitschko am Morgen auf Telegram. In einem späteren Beitrag erklärte er, in mehreren getroffenen Gebäuden sei Feuer ausgebrochen. In mehreren Stadtteilen gebe es zudem erneut Probleme mit der Wärme- und Wasserversorgung.

Am Morgen meldeten auch die Behörden im nordukrainischen Tschernihiw einen schweren Angriff auf Energieanlagen. Fast in der gesamten Stadt sei der Strom ausgefallen, teilte der Pressedienst des Stadtparlaments mit. Betroffen waren demnach etwa 400.000 Menschen.

Karte der Ukraine und Russlands, hell schraffiert: von Russland besetzte Gebiete

Auch aus dem ostukrainischen Charkiw wurden schwere Luftangriffe gemeldet. Nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow wurden dort mindestens 27 Menschen verletzt. Dabei seien unter anderem ein Wohnheim für Vertriebene und eine Geburtsklinik beschädigt worden. Bei den Angriffen sollen demnach erneut Schahed-Drohnen aus iranischer Produktion beteiligt gewesen sein.

Verhandlungen in Abu Dhabi fortgesetzt

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Luftschläge auf das Nachbarland. Die Truppen hätten ukrainische Drohnenstellungen und Energieanlagen angegriffen.

Die Angriffe in der Nacht erfolgten ungeachtet der aktuellen Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA über ein Ende des Kriegs, die seit Freitag in Abu Dhabi stattfinden und heute fortgesetzt werden. Dabei soll es auch um das heikle Thema Gebietsabtretungen gehen. Die Gespräche sind die ersten direkten Verhandlungen der beiden Kriegsparteien seit Monaten.

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