Der neue Apple-Chef und seine zwei Probleme

Der neue Apple-Chef und seine zwei Probleme

Stand: 21.04.2026 • 08:33 Uhr

Zeitenwende bei Apple: Nach 15 Jahren bekommt der iPhone-Konzern einen neuen Chef. John Ternus ist seit Jahren bei Apple und muss vor allem das KI- und das China-Problem lösen.

Nils Dampz

Über seinen Namen haben US-Medien schon länger spekuliert, jetzt ist es offiziell: John Ternus wird ab September der neue Apple-Chef. Er ist ein Unternehmens-Insider, 50 Jahre alt und seit rund 25 Jahren bei Apple. Der neue Job werde eine große Herausforderung für ihn, sagt der Tech-Investor Ross Gerber beim Sender Bloomberg.

Das ist ein Mann mit viel Erfahrung, er kennt das Unternehmen sehr gut. Er würde das nicht tun, wenn er sich nicht sicher wäre, Apple auf die nächste Stufe bringen zu können. Und Apple muss auf die nächste Stufe kommen!

Ternus und das KI-Problem bei Apple

Ternus ist seit 2021 für die Entwicklung der neuen Apple-Geräte verantwortlich: Laptops, Tablets, smarte Uhren, Bluetooth-Kopfhörer und auch Apples wichtigstes Produkt: das iPhone. Damit verdient der Konzern das meiste Geld. Dass das so bleibt, ist seine größte Herausforderung. Denn Apple steht unter Druck wegen der Veränderungen durch Künstliche Intelligenz. “Sie haben, wie sie das oft machen, gewartet und geguckt, in welche Richtung geht das, wie können wir das auf unserer Art lösen”, sagt Philipp Alvares, Apple-Experte beim Handelsblatt. Die Lösung waren KI-Funktionen unter dem Namen “Apple Intelligence”.

Das war aber viel schlechter als ChatGPT oder Gemini von Google – das passt nicht zum eigenen Qualitätsanspruch.

Besonders auffällig ist der Rückstand bei Apples Sprachassistenten Siri, der häufig Probleme hat. Deshalb arbeiten auch andere Firmen an neuen Geräten, die eine Konkurrenz fürs iPhone werden könnten.

Gleichzeitig hat Apple viele führende KI-Forschende an die Konkurrenz von Google, Meta oder Anthropic verloren. Apples früherer Star-Designer Jonathan Ive, der die ersten iPhones entworfen hat, arbeitet mittlerweile für die ChatGPT-Firma OpenAI.

Raus aus der Abhängigkeit von China?

Eine weitere Herausforderung für den neuen Apple-Chef ist die Abhängigkeit von China. Unter Cook wurde Apple zu einem der einflussreichsten und wertvollsten Unternehmen der Welt. Der Lieferketten-Spezialist hat die Produktion vieler Apple-Geräte nach China verlagert. Den Großteil der iPhones lässt Apple von der Firma Foxconn in China zusammenbauen. Das ermöglichte Apple die enormen Gewinne seit der Einführung des iPhones 2007.

“Es gibt keinen Ort auf der Welt, wo Apple in dieser Qualität, dieser Menge und zu diesem Preis produzieren könnte – außer in China”, sagt der New- York-Times-Journalist Patrick McGee der ARD. Medien haben immer wieder über extrem harte Arbeitsbedingungen berichtet. “Wer bei Foxconn eine 12-Stunden-Schicht arbeitet – und das ist üblich – darf nicht reden, lachen wird bestraft. Monotone Routine, Stunde um Stunde, mit nur kurzen Pausen.”

Apple kann die komplexe Produktion seiner Geräte nicht einfach aus China abziehen. Sollte die US-Regierung neue Zölle gegen China verhängen, wäre das auch für den neuen Apple-Chef ein Problem. Der muss sich auch dieser Herausforderung stellen:

Wie umgehen mit Trump?

Wenn John Ternus im September übernimmt, sind auch seine diplomatischen Fähigkeiten gefragt – etwa in der Zusammenarbeit mit US-Präsident Donald Trump. Cook hatte ihm jüngst ein Geschenk aus Gold und Glas übergeben, was zum Teil als eine Geste der Unterwürfigkeit kritisiert wurde. Um neue Zölle zu verhindern, wird vermutlich auch Ternus auf einen guten Dialog zum Präsidenten setzen.

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