In Haiti kontrollieren kriminelle Banden den Großteil des Landes, immer wieder gibt es Gewalt. UN-Generalsekretär Guterres war nun für einen Kurzbesuch in dem Karibikstaat und bat um Entschuldigung.
UN-Generalsekretär António Guterres hat in Haiti um Verzeihung für das internationale Versagen bei der Bekämpfung der Bandengewalt in dem Karibik-Staat gebeten. Bei einem Besuch in einer Schule in der Hauptstadt Port-au-Prince, die mehr als 1.250 Geflüchtete beherbergt, unterhielt sich Guterres mit Frauen, die vor der Bandengewalt geflohen sind. “Ich bitte Sie um Verzeihung, nicht in der Lage gewesen zu sein, die internationale Gemeinschaft zu mobilisieren”, sagte er.
Laut einem Bericht, den von den UN beauftragte Experten im April veröffentlichten, kontrollieren die kriminellen Banden in Haiti mittlerweile bereits 90 Prozent des Landes. Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärte am Montag, seit Jahresbeginn habe es durch die Bandengewalt 2.300 Tote, 1.100 Verletzte sowie 99 Entführungen gegeben.
“Frauen und Kinder zahlen den höchsten Preis”
Guterres sagte, er sei tief bewegt von den Eindrücken vor Ort. “Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Frauen und Kinder zahlen den höchsten Preis.” Guterres’ eintägiger Besuch in Port-au-Prince folgte auf einen Angriff auf das Küstenviertel Cité Soleil am vergangenen Wochenende, bei dem nach Angaben einer lokalen Menschenrechtsorganisation mehr als 30 Menschen getötet, verletzt oder verschleppt wurden.
Haiti wird immer wieder von Krisen und Gewalt erschüttert und gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Etwa die Hälfte der Bevölkerung gilt laut UN-Angaben als von Hunger bedroht.

