Insolvenzverfahren: Deko-Kette Depot schließt weitere 66 Filialen

Insolvenzverfahren: Deko-Kette Depot schließt weitere 66 Filialen

Stand: 29.06.2026 • 16:49 Uhr

Der Deko-Händler Depot macht deutschlandweit Dutzende weitere Filialen dicht, betroffen sind unter anderem Geschäfte in Berlin, Hamburg, Braunschweig, Stuttgart und Erfurt. Depot hatte 2024 Insolvenz in Eigenregie angemeldet.

Die Deko-Kette Depot schließt im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens 66 Filialen. Das Unternehmen veröffentlichte auf seiner Internetseite eine entsprechende Liste. “Es geht wirtschaftlich leider nicht anders. Wir können nur Läden betreiben, die rentabel sind”, sagte Depot-Geschäftsführer Christian Gries der Nachrichtenagentur dpa.

Übrig bleiben damit laut Gries vorerst gut 80 Depot-Filialen. Es könnten jedoch noch mehr schließen, die Verhandlungen mit den Vermietern dauerten an. Etwa 330 Beschäftigte verlieren Gries zufolge ihren Job. Hinzu kommen weitere Stellen in der Zentrale. Zur Gesamtzahl der verbleibenden Beschäftigten machte er keine Angaben.

Umfangreiche Streichliste

Depot betrieb vor einigen Jahren noch rund 400 Geschäfte. Während und nach der Corona-Pandemie kämpfte die Kette mit Schwierigkeiten. Schon 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Daraufhin schrumpfte das Filialnetz drastisch auf noch gut 150 Geschäfte. Im Zuge dessen verloren bereits viele Beschäftigte ihren Arbeitsplatz.

Unter anderem Geschäfte in Berlin, Bonn, Braunschweig, Bremen, Dresden, Erfurt, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig, Magdeburg, München und Stuttgart sind von den neuen Schließungen betroffen. Die Streichungen gehen dabei quer durch die ganze Republik.

Was sind die Probleme?

Die Probleme des Einzelhändlers aus Großostheim bei Aschaffenburg sind die gleichen, die auch andere Einzelhändler haben. Prominente Beispiele der jüngsten Zeit sind der Schuhhändler Görtz oder die Modekette Esprit. Auch Galeria Kaufhof hat sich erst jüngst durch einen 160-Millionen-Euro-Kredit etwas Luft verschafft – der an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft ist. Auch bei Galeria werden die Filialen auf Profitabilität geprüft.

Vor allem der zunehmende Online-Handel gerade großer Plattformen wie Temu setzt der Branche zu. Hinzu kommen die Kaufzurückhaltung der Kunden, aber auch hohe Betriebskosten. “Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise”, so Gries weiter.

Nicht jedes kleine Unternehmen hat zudem die Mittel, einen eigenen Onlinehandel aufzubauen oder die Digitalisierung voran zu treiben – und gerät dadurch ins Hintertreffen.

Jeder sechste Händler in Deutschland fürchtet laut ifo-Institut inzwischen um die Existenz. Im April schätzten 17,4 Prozent der Unternehmen ihre Lage als existenzbedrohend ein, ein Rekordwert. Neben Depot meldeten auch der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Baumarktkette Hellweg kürzlich Insolvenz an. Die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Kette Hammer schloss im Mai ihre letzten Filialen.

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