Marktbericht

Stand: 30.06.2026 • 07:36 Uhr

Der DAX könnte heute zum Handelsstart einen Erholungsversuch unternehmen – die Vorgaben aus Asien und den USA fallen stark aus. Der wichtigste Termin des Tages werden die deutschen Inflationsdaten sein.

Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start 0,6 Prozent höher auf 24.777 Punkte. Gestern war der DAX mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 24.627 Zählern aus dem Handel gegangen.

Insgesamt sei der Wochenauftakt an den Börsen in ruhigen Bahnen verlaufen, heißt es von der Helaba. “Die Aufregung um den gegenseitigen Beschuss zwischen den USA und dem Iran hat sich gelegt und so gab es keine nennenswerten Ausschläge der Energiepreise.”

Das erste Börsenhalbjahr geht zu Ende, es ist Zeit für eine kleine Zwischenbilanz: Während der DAX in den vergangenen sechs Monaten kaum von der Stelle kam und nur leicht zulegte, steuert der japanische Nikkei im Moment auf ein Plus von mehr als 36 Prozent zu. Beim südkoreanischen Leitindex Kospi liegt der Anstieg bei mehr als 60 Prozent.

In beiden asiatischen Indizes sind viele Technologiewerte und Chiphersteller vertreten. Der Hype um das Thema Künstliche Intelligenz führt zu einer Kursrally in der Tech-Branche. Auch die US-Technologiebörse Nasdaq hat deshalb deutlich zugelegt. Der deutsche Leitindex ist dagegen eher von Industrie, Maschinenbau, Pharma oder der Autobranche geprägt.

Die KI-Euphorie könnte sich aber als übertrieben erweisen. Dann würden die hohen Bewertungen der Technologieaktien recht schnell korrigiert – und die aktuell besonders erfolgreichen Börsen könnten von ihren Höchstständen deutlich zurückfallen.

Technologiewerte waren auch an der Wall Street gefragt: Der Dow-Jones-Index gewann 0,6 Prozent auf 52.182 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte dagegen 2,1 Prozent auf 25.820 Zähler vor. Auch im breit gefassten S&P 500 sind viele Tech-Titel notiert – er legte 1,2 Prozent auf 7.440 Stellen zu.

Der wichtigste Termin des Tages wird heute die Bekanntgabe der deutschen Inflationsdaten für den Monat Juni am frühen Nachmittag sein. Auch die Inflationsdaten aus Frankreich, Polen und Italien werden veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Eurozone spielen eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die hohen Energiepreise hatten zuletzt für eine steigende Inflation gesorgt.

Sollte der Trend anhalten, ist auch mit steigenden Leitzinsen zu rechnen. Auf die ohnehin angeschlagene Konjunktur wirken höhere Zinsen belastend.

Die EZB hatte am 11. Juni erstmals seit fast drei Jahren den Leitzins angehoben. Aktuell liegt er bei 2,25 Prozent. Die EZB dürfte aus Sicht der deutschen EZB-Direktorin Isabel Schnabel die Zinszügel noch weiter anziehen. “Um die Inflation mittelfristig wieder auf unseren Zielwert von zwei Prozent zurückzubringen, werden wir aus heutiger Sicht die Zinsen weiter anheben müssen”, sagte sie jüngst in einem “Zeit”-Interview.

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