Mikrochips für Tierschutz: EU plant Chip-Pflicht für Katzen und Hunde

Mikrochips für Tierschutz: EU plant Chip-Pflicht für Katzen und Hunde

Stand: 28.04.2026 • 17:06 Uhr

Zum Schutz von Hunden und Katzen gibt es künftig EU-weite Standards für den Umgang mit den Tieren. Das soll auch Kriminelle bremsen. Die Verordnung sieht außerdem schärfere Verbote bei der Zucht vor.

Alle Hunde und Katzen in der EU sollen künftig einen Chip bekommen und dadurch identifizierbar sein. Das EU-Parlament stimmte in Straßburg einer entsprechenden Verordnung zu, die vor allem illegalen Handel mit Tierbabys eindämmen soll.

Hunde und Katzen müssen bald auch in Datenbanken registriert sein. So soll eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von Haustieren möglich werden. Unterhändler des Parlaments und der EU-Staaten hatten sich bereits im November auf die neuen Regeln geeinigt. Sie müssen nun noch formell vom Rat, also den EU-Staaten, bestätigt werden.

Übergangsfrist und Ausnahmen

Für die Chip-Pflicht gibt es danach mehrjährige Übergangsfristen. Für Hunde greift sie zehn Jahre nach dem Inkrafttreten und für Katzen nach 15 Jahren – jeweils, wenn sie privat gehalten werden. Bauernhof-Katzen sind davon ausgenommen. Für Händler gelten die neuen Regeln dagegen bereits nach vier Jahren.

Die deutsche Abgeordnete Manuela Ripa, die im Umweltausschuss an dem Vorhaben mitgewirkt hat, forderte die Bundesregierung auf, schon früher eine Chip-Pflicht einzuführen. Bisher gibt es in Deutschland keine allgemeine Chip- und Registrierungspflicht für alle Hunde und Katzen. Viele Städte und Bundesländer haben aber bereits Regeln.

Die neue Regelung soll entlaufene Tiere schneller zum Besitzer zurückbringen und so auch Tierheime entlasten. Zudem sei sie wichtig im Kampf gegen Infektionskrankheiten sowie illegalen Welpenhandel, sagte Ripa. Die EU-Kommission sieht in diesem Handel mit Jungtieren eine Form von organisierter Kriminalität, also Strukturen wie im Drogen- oder Menschenhandel.

Strenge Regeln bei Internetverkauf

Eine besondere Rolle spielt das Internet. Etwa 60 Prozent aller Tierkäufe finden laut Ripa inzwischen über das Internet statt. Die neue Verordnung zielt auf mehr Transparenz.

So müssten Plattformen, die Tiere anbieten, künftig auch die Chip-Infos des Tieres bereitstellen, damit Kaufinteressierte sehen, wem das Tier gehört, woher es stammt und wo es geboren wurde. Tiere, die aus Nicht-EU-Ländern kommen, müssten bereits vor der Einreise gechippt und registriert werden, so Ripa.

Weniger Qualzuchten

Die Verordnung sieht auch schärfere Verbote bei der Zucht vor. So wird etwa Inzucht verboten sowie das Züchten mit Merkmalen, die ein hohes Gesundheitsrisiko für die Tiere mit sich bringen.

Schätzungen zufolge besitzt fast jeder zweite Haushalt in der EU ein Haustier; am beliebtesten sind Katzen und Hunde.

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