Tote bei russischen Angriffen – Ukraine attackiert Ölanlagen

Tote bei russischen Angriffen – Ukraine attackiert Ölanlagen

Stand: 04.07.2026 • 09:41 Uhr

In der Ukraine sind bei russischen Angriffen zehn Menschen getötet worden. Die Ukraine attackiert derweil erneut Ölanlagen in St. Petersburg. Und Russland meldet die Einnahme einer strategisch wichtigen Stadt – Kiew dementiert.

Bei einem russischen Angriff mit einer sogenannten Gleitbombe auf das Zentrum der nordukrainischen Stadt Sumy sind gestern Abend nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter, teilte der regionale Gouverneur Oleh Hryhorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem seien 27 Menschen verletzt worden. Die Bombe sei in einem belebten Viertel mit einem Hochhaus und Geschäften eingeschlagen.

Die an Russland grenzende Region Sumy steht unter fast ständigem Beschuss. Die Regierung in Moskau versucht dort seit Monaten, eine sogenannte Pufferzone zu errichten. In der Hauptstadt Kiew wurde unterdessen am Freitag ein Trauertag begangen, nachdem am Donnerstag bei dem bislang folgenschwersten russischen Angriff des Jahres auf die Metropole mindestens 30 Menschen getötet worden waren.

Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Bilder der Zerstörung und forderte die Verbündeten der Ukraine auf, den Druck auf Russland zu erhöhen. Im Südosten der Ukraine starben bei mehr als 50 Angriffen mit Drohnen, Artillerie und Bomben drei Menschen in der Region Dnipropetrowsk, darunter zwei in der Nähe von Nikopol. Die Stadt liegt am Fluss Dnipro, gegenüber dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja. In der Stadt Saporischschja selbst kamen nach Angaben des dortigen Gouverneurs Iwan Fedorow bei weiteren Angriffen zwei Menschen ums Leben, 21 wurden verletzt.

Wieder ukrainische Angriffe auf Ölanlagen

Die Ukraine hat unterdessen offenbar erneut russische Ölanlagen an der Ostsee bei St. Petersburg mit Drohnen angegriffen. Gouverneur Alexander Drosdenko berichtete, 67 ukrainische Drohnen seien abgeschossen worden. Dies deutet nach Angaben von Experten auf einen größeren Angriff hin. Im Ölhafen von Wyssozk am Finnischen Meerbusen seien Teile von Drohnen abgestützt, sagte der Gouverneur der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge. In Wyssozk gibt es ein großes Terminal zur Ölverladung.

Zudem scheint auch der Ölhafen von St. Petersburg selbst getroffen worden zu sein, wie Videos in russischen und ukrainischen Telegram-Kanälen nahelegen. Von der Führung der Millionenstadt gibt es dazu bisher keine Angaben. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte nur Angriffe auf das Umland von St. Petersburg, aber nicht auf das Stadtgebiet. Zuletzt hatte die Ukraine Anfang Juni Tanks im Ölhafen von St. Petersburg in Brand geschossen, als dort das Internationale Wirtschaftsforum von Kremlchef Wladimir Putin beginnen sollte. Die Stadt liegt mehr als 1.000 Kilometer von der Ukraine entfernt.

Moskau meldet Einnahme strategisch wichtiger Stadt – Kiew dementiert

Unterdessen teilte das russische Militär mit, es habe die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine eingenommen. Von Seiten des ukrainischen Militärs wurde dies am Morgen dementiert, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Berichte über Einnahmen von Städten gegeben, die sich teilweise zumindest als verfrüht herausstellten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt erklärt, der russische Vormarsch im Osten habe sich seit Jahresbeginn deutlich verlangsamt.

Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Präsident Wladimir Putin über die Einnahme der Stadt unterrichtet, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau gestern Abend mit. Putin, der am gleichen Tag einen Kommandoposten besuchte, von dem aus der Einsatz der russischen Truppen in der Ukraine gesteuert wird, lobte die Einnahme der Stadt als wichtigen strategischen Erfolg.

Putin erklärte demnach weiter, die russischen Streitkräfte müssten als Reaktion auf die verstärkten ukrainischen Drohnenangriffe etwa auf die russische Ölindustrie die sogenannten Sicherheitszonen ausweiten. Je mehr Angriffe die Ukraine auf zivile russische Einrichtungen versuche, desto größer müsse die Sicherheitszone im angrenzenden Gebiet werden, sagte der Präsident und bezog sich damit auf das Vorrücken Russlands in ukrainisches Staatsgebiet.

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