In der Stadt norditalienischen Modena ist ein Mann mit einem Auto in eine Gruppe von Fußgängern gefahren und hat danach einen Passanten mit einem Messer bedroht. Acht Menschen wurden verletzt, vier von ihnen lebensgefährlich.
In der norditalienischen Stadt Modena ist ein Mann mit einem Auto in eine Menschenmenge gerast. Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag im Stadtzentrum, wie Bürgermeister Massimo Mezzetti mitteilte. Demnach steuerte der Fahrer den Wagen mit hoher Geschwindigkeit in eine Gruppe von Fußgängern und prallte gegen eine Schaufensterscheibe.
Danach habe der Fahrer versucht, zu Fuß zu fliehen – und bedrohte auf der Flucht einen Passanten mit einem Messer, der versucht hatte, sich ihm in den Weg zu stellen. Der Angreifer wurde kurz darauf gestellt.
Passanten zum Teil lebensgefährlich verletzt
Bei dem Vorfall wurden laut Mezzetti acht Menschen verletzt, vier von ihnen schweben in Lebensgefahr. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser in Modena und Bologna gebracht. Eine Frau sei gegen die Schaufensterscheibe gedrückt worden und habe beide Beine verloren.
Er sei “zutiefst betroffen” über diesen “wahnsinnigen Vorfall”, so Mezzetti. Auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach in einem Social-Media-Beitrag von einem “äußerst schwerwiegenden” Vorfall und bekundete ihre Solidarität mit den Opfern und ihren Familien.
Gleichzeitig dankte Meloni den Bürgern, die eingegriffen hatten, um den Verdächtigen zu stellen, und lobte die Sicherheitskräfte. Sie stehe in Kontakt mit den örtlichen Behörden und gehe davon aus, dass der Verdächtige zur vollen Rechenschaft gezogen werde.
Offenbar kein islamistisches Attentat
Bei dem Fahrer handele es sich um einen 31-jährigen Mann mit marokkanischen Wurzeln, der in Bergamo geboren und in Modena aufgewachsen sei, erklärte Bürgermeister Mezzetti. Er sei festgenommen und auf dem Polizeirevier befragt worden.
Die Hintergründe und ein mögliches Motiv sind noch unklar. Von einem terroristischen Hintergrund gehen die Ermittler aber offenbar nicht aus. Nach Informationen von ARD-Korrespondentin Verena Schälter soll der Verdächtige unter einer psychischen Erkrankung leiden.
Augenzeugen hätten zudem berichtet, der Mann sei möglicherweise alkoholisiert gewesen oder habe unter Drogen gestanden. Dafür gebe es bisher aber keine Bestätigung. Der Verdächtige soll nicht vorbestraft sein und einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften haben.

