Marktbericht: Chip-Supermacht Taiwan – TSMC ist nicht zu bremsen

Marktbericht: Chip-Supermacht Taiwan – TSMC ist nicht zu bremsen

Stand: 16.04.2026 • 14:21 Uhr

TSMC ist der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger und weiterhin nicht zu stoppen. Das Unternehmen aus Taiwan produziert einen Erfolg nach dem anderen – Treiber ist dabei auch das Thema Künstliche Intelligenz.

TSMC – der Chip-Riese aus Asien – setzt seinen Erfolgskurs unbeirrt fort. Das in Taiwan sitzende Unternehmen präsentierte heute das neunte Gewinnquartal in Folge. Konkret stieg das Nettoergebnis im ersten Quartal um 58 Prozent auf umgerechnet 15,37 Milliarden Euro.

Ein Grund für den vierten Rekord-Quartalsgewinn in Folge: der wachsende Bedarf an Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI). Die Nachfrage nehme immer weiter zu, teilte der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger am Donnerstag mit. Daher könne im laufenden Vierteljahr mit einer Verbesserung der Bestmarken gerechnet werden.

Darüber hinaus hob der Konzern seine Wachstumsziele für 2026 leicht an und gab einen beschleunigten Ausbau der Produktionskapazitäten bekannt. Solche Aussagen werden an der Börse gerne gehört – die TSMC-Aktie hat sich seit 2022 fast verfünffacht und gehört mit einer Börsenbewertung von rund 1,6 Billionen Euro zu den ganz Großen der Branche.

Kunden und Standorte in aller Welt

Das Geschäftsmodell von TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) als Auftragsfertiger stellt darauf ab, Halbleiter für Kunden zu produzieren. Zu den Kunden gehören Weltfirmen wie etwa AMD, Apple oder Nvidia, teilweise selbst Chip-Hersteller. Zusammen mit Samsung, Broadcom und Intel gehört TSMC zu den größten Produzenten weltweit.

Der KI-Hype hat das Modell zuletzt kräftig angeheizt. Moderne Hochleistungschips tragen inzwischen etwa ein Viertel zum Gesamtumsatz bei. Im dritten Quartal 2023 hatte der Anteil bei lediglich sechs Prozent gelegen. Die Aktie hat sich seit 2022 etwa verfünffacht. Aber auch für andere Anwendungen, etwa für Smartphones oder die Automobilindustrie, fertigt TSMC Halbleiter.

Um die Nachfrage bedienen zu können, baut TSMC seine Produktionskapazitäten weltweit massiv aus. Das Investitionsvolumen soll 2026 um 37 Prozent auf umgerechnet mehr als 47 Milliarden Euro steigen. Zudem änderte das Unternehmen die Pläne für ein neues Werk in Japan. Dort sollen statt älterer Chiptypen Halbleiter der neuesten Generation gefertigt werden.

Auch in Deutschland baut TSMC neue Fertigungskapazitäten auf. Zusammen mit Partnern wie Bosch, Infineon oder NXP wird eine hochmoderne Fabrik in Dresden gebaut – ein Projekt mit einem Volumen von rund zehn Milliarden Euro.

Iran-Krieg fällt kaum ins Gewicht

Der Iran-Krieg habe bislang nur begrenzte Auswirkungen auf die Produktion, betonte TSMC. Der Konflikt treibe zwar die Preise für Rohstoffe in die Höhe, man verfüge aber über Sicherheitsreserven. Über dem Inselstaat Taiwan, der Heimat von TSMC, schwebt aber ebenfalls ein geopolitisches Risiko. Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als eigenen Landesteil und droht sogar mit einer Eroberung.

Klar ist dabei: Ein Ausfall des Chip-Riesen im Fall einer chinesischen Eroberung könnte weltweit so schnell nicht ausgeglichen werden. Das zeigt einmal mehr, wie verwundbar globale Abhängigkeiten sein können – wie derzeit auch in der Straße von Hormus.

DAX weiter auf hohem Niveau

Am Aktienmarkt warten die Anleger derweil weiter auf neue Wendungen im Iran-Krieg. Insbesondere die Hoffnung auf neue Friedensgespräche zwischen dem Iran und den USA hält den DAX auf hohem Niveau. Aktuell wird in den Medien über eine Verlängerung des derzeitigen Waffenstillstands spekuliert. Am frühen Nachmittag herrscht verhaltener Optimismus, der Index legt rund ein halbes Prozent zu und bleibt damit deutlich über der Marke von 24.000 Punkten.

Auch die Futures auf die großen US-Indizes deuten auf eine freundliche Eröffnung der Wall Street hin, was zusätzlichen Schwung bringen könnte. Am Vortag hatten sowohl der marktbreite S&P 500 als auch der Auswahlindex Nasdaq 100 neue Rekordstände erzielt.

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